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Stellungnahme zu Walentowski H. et al. 2010. Sind die deutschen Waldnaturschutzkonzepte adäquat für die Erhaltung der buchenwaldtypischen Flora und Fauna? Eine kritische Bewertung basierend auf der Herkunft der Waldarten des mitteleuropäischen Tief- und Hügellandes. Forstarchiv 81, 195-217 [Kurzbeitrag]

Quelle: Forstarchiv 82: 2, 62-66 (2011)
Autor(en): MEYER P, SCHMIDT M, BLICK T, BRUNET J, DOROW W, HAKES W, HÄRDTLE W, HEINKEN T, HERTEL D, KNAPP HD, LEUSCHNER C, VON OHEIMB G, OTTE V, SCHMIDT W

Buchenwälder haben im deutschen Waldnaturschutz über lange Zeit ein Schattendasein geführt. Seit den 1990er-Jahren hat sich dies geändert. Die zentrale Rolle von Buchenwäldern in der natürlichen Waldvegetation Mitteleuropas ist mittlerweile unstrittig, und wichtige Naturschutzkonzepte wie beispielsweise die FFH-Richtlinie haben Buchenwälder konsequenterweise in den Fokus gerückt. Über die Frage, in welchem Umfang Buchenwälder aus der forstlichen Nutzung entlassen werden sollen oder müssen, um ihren Schutz zu gewährleisten, wird gegenwärtig sehr kontrovers diskutiert, zuweilen auch heftig gestritten. Das Positionspapier des Bundesamtes für Naturschutz „Naturerbe Buchenwälder – Situationsanalyse und Handlungserfordernisse“ (Knapp 2008) plädiert dafür, großflächige Prozessschutzgebiete vor allem in Buchenwäldern unter Einschluss ihrer Waldentwicklungsphasen sowie im Komplex mit landschaftstypischen naturnahen Sonderbiotopen (z. B. Bruch-, Auen-, Schlucht-, Blockhalden-, Fels-, Steilhangwälder, Moore, Gewässer) auszuweisen, um schwerpunktmäßig dort das Ziel der Biodiversitätsstrategie der Bundesregierung zu erfüllen, 5 % der Waldfläche Deutschlands bis 2020 einer natürlichen Entwicklung zu überlassen. Von Seiten der Forst- und Holzwirtschaft wird dieser Forderung vehement entgegengetreten.


© DLV München

 

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