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Steigerwald: Naturschutzverbände und Kommunen fordern großes Waldschutzgebiet

Zur anstehenden Landtagswahl fordern die Naturschutzverbände BUND Naturschutz in Bayern (BN), WWF Deutschland und Landesbund für Vogelschutz (LBV) von der Bayerischen Staatsregierung mehr Schutz für die Staatswälder im oberfränkischen Teil des Steigerwalds. „Wir stellen uns mit unseren Forderungen hinter die Gremienbeschlüsse des Marktgemeinderates Ebrach und des Kreistages des Landkreises Bamberg, die mehr nutzungsfreie Staatswälder gefordert hatten“, so Hubert Weiger, Vorsitzender des BN. Im oberfränkischen Steigerwald haben sich der Marktgemeinderat Ebrach und der Kreistag des Landkreises Bamberg mit über 90 % Zustimmung für die Ausweisung von nutzungsfreien Waldflächen ausgesprochen.

„Wir erwarten nun von unserer CSU-geführten Staatsregierung, dass sie jetzt auch den erklärten Bürgerwillen für mehr Waldschutz umsetzt und im Landkreis Bamberg ein großes nutzungsfreies Waldschutzgebiet auf den Weg bringt“, so der langjährige CSU-Landrat des Landkreises Bamberg Günther Denzler. „Hier könnten auf nur 4 800 ha im oberfränkischen Steigerwald rund um Ebrach über 2 000 ha Staatswälder einer natürlichen Entwicklung überlassen werden. Wir erwarten durch diese naturschutzfachliche Aufwertung am besten durch den Weltnaturerbestatus oder einen Nationalpark prämiert eine deutliche Belebung des Naturtourismus“, so Ebrachs Bürgermeister Max-Dieter Schneider.

Erst vor kurzem hat Bundeskanzlerin Angela Merkel das Ziel der Bundesregierung aus der Nationalen Biodiversitätsstrategie bekräftigt, wonach sich fünf Prozent der Wälder bis zum Jahre 2020 völlig frei entwickeln sollen. „Das Land Bayern muss dringend großflächige Laubwaldschutzgebiete im Staatswald ausweisen, damit die Nationale Biodiversitätsstrategie umgesetzt werden kann, so wie es Bundeskanzlerin Merkel jüngst gefordert hatte“, fordert Helmut Beran, stellvertretender Geschäftsführer im Landesbund für Vogelschutz. „Ein erster wichtiger Schritt wäre der Schutz eines mindestens 2 000 ha großen nutzungsfreien Staatswaldbereichs im oberfränkischen Steigerwald.“ „Wir müssen mehr Wildnis wagen. Dazu gehört eine zügige Umsetzung der internationalen und nationalen Vorgaben“, fordert WWF Präsident Detlev Drenckhahn. „Wir fordern wegen der Vorbildfunktion der Staatswälder: zehn Prozent sollen sich natürlich entwickeln dürfen“, betont Weiger. „Die Privatwälder sollen aber von einer solchen Regelung ausgenommen werden.“

 
BN

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