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Steigende Rundholznachfrage in der Schweiz

Steigende Rundholznachfrage in der Schweiz

Die Schweizer Holzmarktkommission (HMK) erwartet für die nächsten Monate einen aufnahmefähigen Nadelrundholzmarkt. Dies teilt die der Abteilung Wald im Schweizer Bundesamt für Umwelt, BAFU, mit. Die deutlich gestiegenen Richtpreise signalisieren den erwarteten Mehrbedarf von Nadelrundholz. Die HMK empfiehlt den Waldbesitzern, frühzeitig mit dem Anzeichnen und den Holzschlägen zu beginnen. Das Holz soll in Absprache mit den Käufern bereitgestellt werden.

Die Schweizer Wirtschaft entwickelte sich 2010 bisher über den Erwartungen. Die Baukonjunktur dürfte sich abschwächen. Große Unsicherheiten sind mit dem Wechselkurs des Euro verbunden. Die Frankenstärke beeinträchtigt die Wettbewerbsposition der Wald- und Holzwirtschaft auf dem internationalen Markt.
Rückblick auf 2009
Die Holzernte im Schweizer Wald war 2009 markant tiefer als im Vorjahr. Die Nadelstammholz-Nutzung reduzierte sich um knapp 11 % auf 2.57 Mio. Kubikmeter. Nur durch die bedeutend tieferen Rundholzexporte blieben Angebot und Nachfrage ausgeglichen. Der Ernterückgang ist hauptsächlich auf die zurückhaltende Nutzung der privaten Waldbesitzer zurückzuführen.
Erwartungen für 2010
Nach einer sprunghaften Nachfrage- und Preisentwicklung in den Frühjahrsmonaten ist die Lage der internationalen Schnittholzmärkte derzeit stabil. Im umliegenden Ausland und in der Schweiz ist die Rundholzbelieferung der Sägewerke im Allgemeinen eher knapp, und die Rundholzpreise tendieren nach oben. Die Nachfrage nach Nadelstammholz dürfte weiterhin hoch bleiben.
In der Schweiz führen die zum Teil tiefen Rundholzvorräte der Sägereien zusammen mit der erfreulichen Binnennachfrage zu einem erhöhten Bedarf an Nadel-Stammholz. Für das Jahr 2010 erwartet die Sägebranche einen Mehrbedarf von rund 10 %. Für 2011 geht die Branche derzeit von einer weiteren deutlichen Einschnittsteigerung aus. Diese Einschätzungen sind aber stark von der allgemeinen Wirtschaftsentwicklung abhängig. Als hemmender Faktor wird die tiefe Nachfrage nach Laub-Stammholz eingestuft, welche die Nutzungsbereitschaft in Mischbeständen dämpft und sich somit auch nachteilig auf das Angebot von Nadel-Stammholz auswirkt. Als treibender Faktor wirkt die auf den Herbst hin steigende Nachfrage nach Energieholz.
Klare Marktsignale für mehr Holz
Vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklungen empfiehlt die HMK den Waldbesitzern, das Anzeichnen anzugehen und die Nutzung der steigenden Nachfrage anzupassen. Sie empfiehlt aber weiterhin, die Holzschläge in Absprache mit den Holzkäufern vorzunehmen und das Gespräch vor Schlagbeginn zu suchen.
Mit ihren Preisempfehlungen gibt die Holzmarktkommission klare Signale für eine Nutzungssteigerung.Gegenüber Januar 2010 passten die Vertreter der Wald- und Holzwirtschaft ihre jeweiligen Preisvorstellungen deutlich nach oben an. Für die Holzwirtschaft ist der Verhandlungsspielraum gegen oben begrenzt durch den starken Franken. Denn die abschwächenden Fremdwährungen reduzieren die Erlöse auf dem internationalen Markt. Hingegen ist für die Waldwirtschaft der Verhandlungsspielraum gegen unten begrenzt durch deren Kosten, die in Franken anfallen und von den Wechselkursen kaum beeinflusst sind.
Das Bundesamt für Umwelt, Abteilung Holz, führt den neutralen Vorsitz der Holzmarktkommission. Für den Inhalt der Mitteilungen sind die folgenden Verbände verantwortlich: Holzindustrie Schweiz, Waldwirtschaft Schweiz, Schweiz. Bauernverband, Verband schweiz. Forstunternehmungen.
Schweizer Bundesamt für Umwelt, Abteilung Wald

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