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Stefan Grußdorf neuer Leiter im Forstamt Neuenburg

Bearbeitet von Jörg Fischer

Der Leiter des Niedersächsischen Forstamts Neuenburg, Martin Dippel, wechselte zum April in den Ruhestand. Er hatte das Forstamt der Niedersächsischen Landesforsten, zu dessen Aufgaben die Bewirtschaftung von ca. 12.700 ha Landeswald im Nordwesten zählt, lange Jahre geleitet. Insgesamt blickt Dippel auf 40 Jahre im mittelbaren oder unmittelbaren Dienst des Waldes zurück. Neuer Forstamtsleiter im Forstamt Neuenburg wird Stefan Grußdorf, der bisher in der Forstamtsleitung des Forstamts Ahlhorn tätig war.

Als besondere Herausforderung seiner Zeit im Forstamt Neuenburg erkannte Dippel die Bedeutung des Waldes in der waldarmen Region: „Die Interessen zwischen Bewirtschaftung, Naturschutz und Erholungsnutzung auszugleichen war Schwerpunkt meiner Arbeit und oberstes Ziel,“ blickte Dippel zurück. Sehr am Herzen lag Dippel außerdem die Ausbildung junger Menschen: „Sehr stolz macht mich das regelmäßig sehr gute Abschneiden unserer Auszubildenden in den Berufswettbewerben“, so der 65-Jährige.

Der Erhalt und die stete Verbesserung der Naturschutzwerte der 2.800 ha Waldflächen in FFH-Gebieten und die Entwicklung und weitere Stabilisierung der Naturdienstleistungen mit anspruchsvollen Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen bildeten weitere Aufgabenschwerpunkte. Zur Förderung regenerativer Energie werden im Forstamt schon seit einigen Jahren sowohl ein Windpark, als auch einen Solarpark betrieben.

Stefan Grußdorf, der die letzten sechs Jahren in der Forstamtsleitung im Forstamt Ahlhorn tätig war, hat Respekt vor seiner neuen Aufgabe. Er freut sich aber auch auf die Arbeit im Forstamtsteam: „Ich kenne die Arbeit im Wald von Grund auf. Als gelernter Forstwirt habe ich in Göttingen Forstwirtschaft studiert und mich dann als Förster innerbetrieblich fortgebildet.“ Er fühle sich gut vorbereitet auf seine neue Aufgabe, wurde er doch die letzten Wochen intensiv von seinem Vorgänger in die Allgemeinheiten und Besonderheiten des Forstamts eingeführt.

Dippel blickt derweil zufrieden auf sein Berufsleben zurück: „Ich wollte immer im und mit dem Wald arbeiten, habe meine Leidenschaft zum Beruf gemacht. Nun ist es genug. Jetzt widme ich mich dem Wald zum reinen Vergnügen.“

Zu den Personen Stefan Grußdorf und Martin Dippel

Dippel stammt aus dem südlichsten Dorf Niedersachsens in der Nähe von Kassel. Nach Schulzeit und Wehrdienst jobbte Dippel im damaligen Forstamt Escherode und der damit verbundenen Abteilung Forstpflanzenzüchtung der Forstlichen Versuchsanstalt. 1976 startete das Studium der Forstwissenschaften an der Universität in Göttingen. Dieses beinhaltete unter anderem einen dreimonatigen Studienaufenthalt in den USA. 1980 beendete Dippel sein Studium erfolgreich mit einer Diplomarbeit über Kiefernpflanzversuche in der Heide. Es schloss sich das zweijährige Referendariat im ehemaligen Forstamt Syke an. Danach erhielt Dippel 1983 eine Assistentenstelle am Lehrstuhl für Waldbau der Universität Göttingen. Bis 1987 forschte er hier unter anderem für seine Doktorarbeit über Wuchsleistung und Konkurrenz bei Buchen-Lärchen-Mischbeständen. Es folgte die Versetzung in den Regierungsbezirk Weser-Ems. Nach einer kurzen Zeit als Revierassistent am Forstamt Ahlhorn übernahm Dippel 1989 die Dezernatsleitung „Hoheit und Jagdbetrieb“ bei der Bezirksregierung. Mit dem Wunsch wieder mehr praktisch und in der Natur zu arbeiten bewarb sich Dippel 1992 um die Forstamtsleitung des damaligen Forstamts Lüß in der Heide. Dieses leitete er bis 1997. Mit einem kurzen Zwischenstopp wieder bei der Bezirksregierung Weser-Ems übernahm Dippel 2001 die Leitung des ehemaligen Forstamts Hasbruch. Nachdem auch dieses Forstamt im Rahmen einer Reform aufgelöst wurde, wurde Dippel an das Forstamt Neuenburg versetzt. Der Vater von vier Söhnen hat sich im Rahmen seiner beruflichen Tätigkeit besonders für forsthoheitliche und jagdrechtliche Problemstellungen interessiert. Über 30 Jahre lang unterrichtete er junge Forstleute in Forst- und Jagdrecht am Studieninstitut des Landes Niedersachsen in Bad Münder.

Grußdorf stammt aus einer alten Försterfamilie aus der Göhrde und ist in der 9. Generation Förster. Nach der Schulzeit absolvierte der 52-jährige von 1990 bis 1992 eine Ausbildung zum Forstwirt. An das Studium der Forstwirtschaft an der HAWK in Göttingen schloss sich 1996/97 der Anwärterdienst im damaligen Forstamt Stauffenburg an. 1997 erfolgte die Einstellung in die damalige Landesforstverwaltung im Niedersächsischen Forstplanungsamt in Wolfenbüttel. Hier war Grußdorf für die zentrale Programmierung zuständig. 2004 übernahm er parallel die Leitung des Dezernats für Personal und Haushalt. Von 2005 bis 2013 war Grußdorf der Betriebsleitung in Braunschweig zugeordnet. Hier erstreckte sich sein Tätigkeitsfeld auf Personal- und Grundsatzangelegenheiten. Während dieser Zeit qualifizierte Grußdorf sich 2012 für den Leitungsdienst und arbeitete seit 2012 als Betriebsdezernent im Forstamt Ahlhorn.

Quelle: NLF (PM)