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Start für Kohlenstoffinventur in Thüringens Wäldern

Start für Kohlenstoffinventur in Thüringens Wäldern

Der Einfluss heimischer Wälder auf die globale Kohlenstoff-Bilanz soll berechnet werden. Bis Ende 2017 erfolgen die Aufnahmen über alle Waldbesitzarten hinweg. Von Ende Mai bis Ende 2017 wird in Thüringens Wäldern eine Kohlenstoffinventur durchgeführt.

Die vom Bundeslandwirtschaftsministerium in allen Bundesländern zeitgleich veranlasste Großrauminventur erfasst die lebende Baumbiomasse wie auch das Totholz im Wald. Aus den daraus gewonnenen Daten soll die anteilige Quellen- und Senkenwirkung der heimischen Wälder auf die globale Treibhausgas-Bilanz errechnet werden. ; Durch die Bundeswaldinventur 2012 ist bereits bekannt, dass die Wälder des Freistaates insgesamt über 118 Mio. t Kohlenstoff binden und erheblich zur Entlastung der Atmosphäre und damit zum Klimaschutz beitragen. ; Die Bundesrepublik hat sich durch Unterzeichnung des Kyotoprotokolls zur Aufstellung wiederkehrender nationaler Treibhausgasinventare bekannt. Die betroffenen Waldbesitzer sind zur Duldung der nun zu aktualisierenden Waldinventur gesetzlich verpflichtet. ; Kohlenstoff in Baumbiomasse und Totholz erfassen ; „Unsere heimischen Wälder sind wichtige Speicher für Kohlenstoff. Sie leisten damit einen großen Anteil am Klimaschutz, indem sie der Atmosphäre klimaschädliches CO2 entziehen und als Kohlenstoff in Bäume einlagern“, so Volker Gebhardt, ThüringenForst-Vorstand. Um diesen Klimaschutzeffekt genau zu erfassen, ist es notwendig, die gesamte lebende Baumbiomasse sowie das Totholz und seine Veränderungen regelmäßig zu dokumentieren. Dies geschieht stichprobenartig an rund 500 Punkten in allen Waldbesitzarten des Freistaats. Veranlasst ist die Kohlenstoffinventur durch das Bundeslandwirtschaftsministerium, welches vom staatlichen Thünen-Institut und von den Landesforstbehörden unterstützt wird. Die Inventur, die zeitgleich in allen 16 Bundesländern umgesetzt wird, startet in Thüringen Ende Mai und wird voraussichtlich Ende 2017 abgeschlossen. ; Internationale Klimaschutzverpflichtungen auch für Thüringen ; Die Wälder im Freistaat kompensieren jährlich mehr als 10 % der gesamten Treibhausgasemissionen in Thüringen allein durch Veränderungen in der Waldfläche, Baumartenzusammensetzung, im Biomassevorrat, Humus, Totholz und Boden, die in Summe etwa 2 Mio. t CO2 pro Jahr ergeben. Im Rahmen des Kyoto-Protokolls hat sich die Bundesrepublik verpflichtet, für die Periode 2013 bis 2020 die Quellen- und Senkenwirkungen aus Waldzugang und Waldverlust zu bilanzieren, um die positiven Effekte des Waldes für den Klimaschutz nachzuweisen. Datengrundlage sind die Ergebnisse der dritten Bundeswaldinventur (BWI 3) aus dem Jahr 2012 und die Bodenzustandserhebung (BZE 2) aus dem Jahr 2008. Da diese Großinventuren nur in längeren Zeitabständen wiederholt werden, dient die aktuelle Kohlenstofferfassung als Zwischeninventur. ; Klimaschutz durch Holzverwendung ; Da es sich bei der aktuellen Kohlenstoffinventur um ein Stichprobenverfahren handelt, sind nur wenige der rund 180.000 Waldbesitzer im Freistaat betroffen. Sie haben die Betretung ihrer Waldparzelle gemäß § 62 des Thüringer Waldgesetzes zu dulden. Über das Ergebnis der Kohlenstoffinventur 2017 werden die Waldbesitzer informiert. ; Neben der jährlichen CO2-Bindung von 2 Mio. t in Biomasse und Totholz werden in Thüringens Wäldern jährlich zusätzlich etwa 5 Mio. t CO2 durch die Speicherung des klimaschädlichen Gases in langlebigen Holzprodukten, wie etwa Holzhäuser, Holzparkett oder Holzmöbel, und die Verwendung von Holz als Brennstoff eingespart. „Forstwirtschaft ist damit aktiver Klimaschutz“, so Gebhardt abschließend.

ThüringenForst

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