Forstpolitik

Starkes Trio für den Wald in Pfaffenhofen

Bearbeitet von Jörg Fischer

Pfaffenhofen: Hermann Müller, Vorsitzender des WBV Pfaffenhofen, Erwin Hussendörfer, Professor an der Fakultät Wald- und Forstwirtschaft der Hochschule Weihenstephan Triesdorf, und Christian Wild, Leiter des AELF Pfaffenhofen, unterzeichneten am 21. April eine Kooperationsvereinbarung.

Ob Borkenkäfer, Klimawandel und Waldumbau, Schulungen für Waldbesitzende oder Kurse zum sicheren Umgang mit der Motorsäge – schon lange gab es eine breite Palette an Themen, bei denen die Waldbesitzervereinigung (WBV) Pfaffenhofen w. V. und das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Pfaffenhofen zusammengearbeitet haben. Nun freuen sich WBV und AELF nicht nur über eine zukünftig noch engere Abstimmung der gemeinsamen Aktivitäten, sondern vor allem auch auf einen weiteren Partner: Die Fakultät Wald und Forstwirtschaft der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf (HSWT) wird zukünftig mit der Waldbesitzervereinigung und der Forstbehörde enger zusammenarbeiten. Das haben der WBV-Vorsitzende Hermann Müller, AELF-Behördenleiter Christian Wild und, stellvertretend für die Fakultät Wald und Forstwirtschaft der HSWT, Prof. Dr. Erwin Hussendörfer jetzt in einer bayernweit einmaligen Kooperationsvereinbarung beschlossen. Corona-bedingt wurde die Vereinbarung an verschiedenen Orten unterzeichnet. Gleichzeitig haben die drei Partner auch ein Arbeitsprogramm für 2021 abgestimmt.

Mehr Wissen für einen zukunftsfähigen Wald

Das Ergebnis ist eine außergewöhnliche Bündelung forstlicher Kompetenzen aus drei verschiedenen Instituten, die einen erheblichen Mehrwert für alle Beteiligten und vor allem auch für die Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer verspricht. Eine große Herausforderung wird in den kommenden Jahren der Umbau der im Landkreisdominanten Nadelwälder hin zu klimastabilen Mischwäldern. Insbesondere Fichte und Kiefer kommen immer schlechter mit dem anhaltenden Trocken- und Hitzestress klar. Durch seinen engen Schulterschluss kann das Team aus WBV, AELF und HSWT seinen Ansprechpartnern noch besser mit Fachwissen, Rat und Tat zur Seite stehen. Gerade auch private Forstleute sollen gestärkt und gefördert werden. Gleichzeitig haben so auch die Studierenden der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf die Gelegenheit, im unmittelbaren Kontakt mit den Waldbesitzerinnen und Waldbesitzern zu lernen und von ihren reichen Erfahrungen zu profitieren. Zudem eröffnen sich neue Möglichkeiten, aktuelles Wissen für Info-Tage aufzubereiten, Bachelor-Arbeiten für praxisnahe Fragestellungen zu gestalten oder die Betriebsplanung im Privatwald aufzustellen. Durch diesen fundierten Wissenstransfer in alle Richtungen und über alle Institutionen hinweg, wird auch Pfaffenhofen als praxisnaher Aus-und Fortbildungsstandort für Studierende und Forstleute attraktiv.

Verstärkt Laubbäume wie Eichen, Buchen und Ahorn einzubringen hat für Behördenleiter Wild eine besonders hohe Priorität im Landkreis. WBV, HSWT und AELF möchten deshalb gemeinsam verstärkt Info-Veranstaltungen dazu anbieten und dabei neueste Erkenntnisse der Wissenschaft mit der Praxis verbinden. Zudem hinterlässt der Klimawandel mit häufigeren Sturmereignissen bereits jetzt deutliche Spuren im Wald – mit umgeworfenen und gebrochenen Bäumen. Das Krisenmanagement im Kalamitätsfall abzustimmen, ist deshalb ein weiteres wichtiges Feld der Zusammenarbeit. Das Wissen um den Wert des Waldes auch als Rohstofflieferant zum Beispiel in der jüngeren Generation besser zu verankern,gehört ebenfalls zu den konkreten Kooperationsthemen wie Fortbildungen, Veranstaltungen zu Waldbau und Jagd sowie Waldinfotage, an der auch die Studierenden der HSWT ihr erlerntes Wissen an die Praxis weitergeben können.

Dieser Kooperationsvereinbarung liegt der Waldpakt der Bayerischen Staatsregierung, des Bayerischen Waldbesitzerverbandes und des Bayerischen Bauernverbandes von 2018 zugrunde.

Quelle: AELF Pfaffenhofen