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Stammholzpreise in Europa

Die Stammholzpreise tendierten in den vergangenen beiden Jahren in den meisten Ländern Europas nach unten.
Der European Sawlog Price Index (ESPI), der sich aus den Preisen von neun großen Märkten für Stammholz in Europa zusammensetzt, blieb im ersten Quartal 2016 mit 82,33 €/Fm zwar gegenüber dem Vorquartal relativ stabil, im Vergleich zum ersten Vierteljahr 2014 errechnet sich allerdings ein Rückgang um 9 %.
Der stärkste Preisrückgang seit 2014 wurde in Österreich, Deutschland und Tschechien registriert. In Deutschland und Österreich war zuletzt sogar der niedrigste Preis seit dem 2. Vierteljahr 2010 erreicht. Noch dramatischer ist der Preisverfall bei Betrachtung in US-Dollar: Bei einem Vergleich der jeweils ersten Vierteljahre 2016 und 2014 errechnet sich für beide Länder sogar ein Rückgang um 30 %. Trotz des heftigen Preisrückgangs lagen die Stammholzpreise Österreich und Deutschland denen in Skandinavien und Osteuropa.

In Folge der hohen Kosten für den Rohstoff importieren die deutschen und österreichischen Sägewerke zunehmend preisgünstigeres Stammholz aus den Nachbarländern. Deutschland und Österreich sind derzeit weltweit die zweit- bzw. drittgrößten Importländer von Nadelrundholz. Insbesondere Deutschland hat seine Einfuhren in den zurückliegenden fünf Jahren stark erhöht. Im Jahr 2008 wurde noch mehr exportiert als importiert. Mittlerweile haben sich die Handelsströme umgekehrt, so dass sich für das Jahr 2015 ein kräftiger Importüberschuss ergibt.

Die europaweit bedeutendsten Exportländer von Stammholz waren im Jahr 2015 und Anfang 2016 Tschechien, Polen, Norwegen und Estland gewesen. Der durchschnittliche Einfuhrpreis für Fichtenstammholz ist im vergangenen Jahr zurückgegangen und lag im ersten Quartal 2016 ungefähr ein Zehntel unter dem des ersten Vierteljahres 2015.
HMI/Quelle: WRI

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