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Der Feldahorn steht in einem Privatwald im Landkreis Schwäbisch Hall.

Stärkung der biologischen Vielfalt: Heimische Baumarten im Blick

Im Rahmen des noch bis 2022 laufenden Projekts zur Stärkung der biologischen Vielfalt im Land Baden-Württemberg werden die Baumarten Feldahorn (Acer campestre), Eibe (Taxus baccata), Speierling (Sorbus domestica), Elsbeere (Sorbus terminalis) und Flatterulme (Ulmus laevis) untersucht. Aktuell liegt der Schwerpunkt der Arbeit der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt (FVA) Baden-Württemberg auf dem Feldahorn, da dieser durch seine Resistenz gegenüber Trockenheit und seine Überflutungstoleranz eine interessante Baumart für die Zukunft sein kann.

„Unser Ziel ist es, unsere Wälder im Land in eine gute und klimastabile Zukunft zu führen. Wir suchen Bäume, die mit zunehmender Hitze, Trockenheit und Schadinsekten sehr gut klarkommen. Dabei nehmen wir für den Waldumbau auch heimische Baumarten in den Blick, die forstlich bislang eine eher untergeordnete Rolle gespielt haben. Unsere Expertinnen und Experten der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Freiburg sind dabei auf einen bemerkenswerten Feldahorn gestoßen, wie man ihn nicht alle Tage findet“, sagte der Minister für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Peter Hauk MdL, am 11. November in Stuttgart.

Der Feldahorn – Hoffnungsträger im Klimawandel?

Der besondere Baum stehe in einem Privatwald im Landkreis Schwäbisch Hall. Er sei rund 30 m hoch, habe einen Brusthöhendurchmesser von 61 cm und weise eine astfreie Schaftlänge von rund 10 m auf.

Auf den genannten Feldahorn seien die Forscher der FVA während der Aufnahmen für ein Vorhaben im Rahmen des Sonderprogramms zur Stärkung der biologischen Vielfalt des Landes gestoßen. Erst im Juni 2020 startete dieses Projekt zur Erhaltung seltener Baumarten und deren Genetik. Hintergrund ist die Suche nach heimischen Alternativbaumarten zur Schaffung stabiler und klimatoleranter Wälder.

„Oft sind dies Arten, deren Vermehrung nicht rechtlich verankert ist. Dadurch besteht die Gefahr, dass die genetische Vielfalt und Diversität durch ungeeignetes Pflanzgut stark gemindert werden könnte. Ziel des Projekts im Sonderprogramm des Landes ist deshalb auch die Generhaltung dieser Arten und die Bereitstellung hochwertigen Pflanzguts für die Forstpraxis“, erklärte Forstminister Hauk.

Feldahorne mit 20 bis 25 m Höhe sind im Main-Tauber-Kreis keine Seltenheit und auch am Kaiserstuhl und in den Rheinauen zu finden. Durch eine waldbauliche Behandlung sind durchaus astfreie Schaftlängen von 6 bis 8 m oder mehr erreichbar. Der höchste gemessene BHD lag bisher bei 97 cm bei einem Feldahorn im Gemeindewald von Au am Rhein.

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Quelle: MLR/Red.

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