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Was wäre die Stadt Freiburg ohne ihren Wald? In der neuen Ausstellung des WaldHauses ist seit Juni der Stadtwald als Schatzkammer zu entdecken.

StadtWaldMensch – 900 Jahre Wald für Freiburg

Was wäre die Stadt Freiburg ohne ihren Wald? In der neuen Ausstellung des WaldHauses ist seit Juni der Stadtwald als Schatzkammer zu entdecken. Die Ausstellung sowie ein vielfältiges Begleitprogramm wurde gemeinsam mit dem Städtischen Forstamt Freiburg erarbeitet und soll bis Ende 2021 laufen.

Wohl kaum je zu vor waren so viele Menschen in Freiburger Stadtwald unterwegs, wie in den vergangenen Frühlings- und Sommermonaten. In Coronazeiten stellt der Wald als „grüne Lunge“ ein weiteres Mal unter Beweis, welchen unschätzbaren Wert er für die Stadt und ihre Bewohnerinnen und Bewohner hat. Und doch haben vermutlich die wenigsten eine Vorstellung von seiner Geschichte oder seiner gesamten Ausdehnung.

900 Jahre Waldgeschichte in einer Ausstellung

Das soll sich ändern. Anlässlich des Freiburger Stadtjubiläums haben sich das Städtische Forstamt und das WaldHaus die anspruchsvolle Aufgabe gestellt, 900 Jahre Waldgeschichte und die Leistungen von 5.200 ha Stadtwald in einer Ausstellung zu präsentieren. Was wäre die Stadt Freiburg ohne ihren Wald? Wo zeigt sich der Wald in der Stadt? Was leistet der Wald heute für die Freiburgerinnen und Freiburger? Und wer sorgt dafür, dass er all diese Leistungen erbringen kann?

Bereits die Anfänge der Stadt liegen in einem Wildbann aus dem Jahr 1008 und vom mittelalterlichen Silberbergbau am Schauinsland bis zum Bau des Münsters gründet sich die Entwicklung Freiburgs auf den Wald. Jahrhundertelang trug er wesentlich zur Grundversorgung der Bürgerinnen und Bürger bei. Im 19. Jahrhundert begann die Karriere des Stadtwalds als Erholungs- und Freizeitort für die Bürgerinnen und Bürger Freiburgs sowie für eine zunehmende Zahl an Touristen. Doch auch in der Gegenwart ist die Bedeutung des Waldes für Freiburg fundamental. Er ist weiterhin Holzlieferant und Arbeitsplatz, Erholungs- und Freizeitort, Wasserspeicher und -filter, er reinigt und kühlt die Luft, speichert CO² und bietet Lebensraum für Tiere und Pflanzen.

Streifzug durch die Gegenwart und Zukunft

Die Ausstellung lädt zu einem Streifzug durch die Geschichte, Gegenwart und Zukunft des Stadtwalds ein. Er beginnt im Außenbereich des WaldHauses mit der Baumscheibe einer Eiche von 1815, deren Jahresringe von wichtigen Ereignissen seit dieser Zeit erzählen. Bei einem Zuwachsspiel kann man sich aktiv mit der Holzproduktionsleistung des Stadtwalds messen.

Das erste Highlight im Innenbereich ist eine Großillustration im Treppenaufgang. Sie gibt einen anschaulichen Eindruck davon, dass Freiburgs Stadtwald vom tiefsten Punkt im Mooswald bis zum Schauinslandgipfel über 1000 m Höhenunterschied aufweist und welche Bedeutung die unterschiedlichen Vegetationszonen für die Baum- und Artenvielfalt haben. Als weiterer Höhepunkt, da vermutlich weitgehend unbekannt, ist eine Kopie der ersten detaillierten Forst- und Gemarkungskarte von 1782 zu bestaunen.

Schatzschreine und Lauschkästen

Acht geheimnisvolle Schatzschreine und drei Lauschkästen erwartet das Publikum in der eigentlichen Waldschatzkammer, bevor es mit altem und modernem Arbeitsgerät um das Thema Waldarbeit und Holztransport geht. Ein Holztransportschlitten, eine Original-Zweimannmotorsäge, historisches und modernes Arbeitsgerät, Zeitzeugeninterviews und ein Film spiegeln auf eindrucksvolle Weise Erfahrungen und Entwicklungen aus vielen Jahrzehnten Waldarbeit bis in die Gegenwart wider.

Foto: Waldhaus Freiburg

Abb.: Die Schatzschreine und Lauschkästen sollen die Geschichtsreise durch 900 Jahre Freiburger Wald veranschaulichen. 

Mehr Veranschaulichung durch Originalinventar

Von langen Erfahrungen zeugt auch die Amtsstube mit Originalinventar aus dem Forstamt in der Günterstalstraße 71, das von 1937 bis 2016 nicht nur Dienst- sondern auch Wohnsitz der jeweiligen Amtsleiter und ihrer Familien war. Auf zwei Telefonen geben Interviews aus verschiedenen Zeiten und Perspektiven einen Eindruck vom Leben und Arbeiten im Forstamt von der Mitte des vergangenen Jahrhunderts bis in die aktuelle Gegenwart. Ganz speziell um unsere Zukunft und die zentrale Rolle des Stadtwalds im Zusammenhang mit der Klimaerhitzung dreht sich alles in einem begehbaren Gewächshaus. Wer es bis jetzt nicht wusste, erfährt genau, wie der Wald als Kohlendioxidspeicher funktioniert und erhält praktische Tipps, wie man sich im Alltag klimafreundlicher verhalten kann.

In der letzten Station dürfen alle großen und kleinen Besucherinnen und Besucher ihre eigenen Eindrücke und Erfahrungen einbringen. In Zeiten von Google Maps können sie sich ganz analog auf einer großen Waldfreizeitkarte orientieren und dort ihre Lieblingsorte posten oder ihre Ideen zur Zukunft des Stadtwalds darstellen.

 

Weitere Informationen, Exkursionen und die Öffnungszeiten finden Sie hier. 

Quelle: Waldhaus Freiburg

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