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Sabine Röser und Wilfried Nissing erhielten in diesem Jahr den Sonderpreis Nachhaltigkeit Wald.

Stadtwaldholz: ein Stück nachhaltige Zukunft, mitten in Köln

Sabine Röser und Wilfried Nissing betreiben Kölner Süden die Möbeltischlerei „Feines in Holz“. forstpraxis.de hat sie heute mit dem Sonderpreis des DEUTSCHEN Waldpreises 2020 ausgezeichnet. Ihr Geheimnis ist das Rohmaterial, das sie verarbeitet: Holz aus dem Kölner Stadtwald.

Wer zu „Feines in Holz“ geht, weiß, was er will – denn hier ist ein Name zum Markenzeichen geworden: Diese ganz besondere Möbeltischlerei firmiert im Netz unter dem seit 2007 geschützten Markennamen „Stadtwaldholz“. Denn die Möbel, die die Architektin Sabine Röser und der Tischler Wilfried Nissing herstellen, sind ausschließlich aus Holz gefertigt, das aus dem Kölner Stadtwald kommt – also aus dem breiten Grüngürtel, der in einem weiten Halbrund westlich um Köln herum auf dem Gelände der ehemaligen militärischen Befestigungen angelegt wurde. Bereits seit 2006 kommt damit nur noch Holz zur Verarbeitung, das sozusagen vor den Haustüren der Kölner gewachsen ist.

Fünfzehn Holzarten

Der Auslöser für diese bewusste Entscheidung zur Nachhaltigkeit war der Wintersturm „Wiebke“, der im Kölner Stadtwald eine große Menge gefallener Bäume hinterließ. Erstaunt stellt dann manche Kundin fest, wie vielfältig das Holzangebot bei Stadtwaldholz ist. Sabine Röser erklärt: „Hier in Köln wächst Holz, das in der gleichen Klimazone auf der ganzen Erde wächst. Das heißt, wir haben auch amerikanischen Nussbaum oder Mammutbaum. Das sind sehr viele verschiedene Holzarten, im Moment haben wir 15 verschiedene, und da ist für jeden etwas dabei – und vor allem für jeden Verwendungszweck.“

Individuelle Planung

Das Wissen um die Herkunft und Beschaffung des Holzes macht also das besondere Flair aus, das bei „Stadtwaldholz“ herrscht. Ansonsten ist alles wie in einer gut sortierten Möbeltischlerei: Die Architektin Röser übernimmt die individuelle Planung von Möbeln zusammen mit der Kundschaft. „Dabei ist es wichtig, dass das Möbel dann auch zu dem Kunden passt, damit das möglichst lange auch in Benutzung ist. Das ist auch eine Form der Nachhaltigkeit, dass man nicht nur nachhaltiges Material verwendet, sondern dass der Verbraucher auch viele Jahre lang seine Freude an dem Möbelstück hat, damit das CO2, das ja in dem Holz gespeichert ist, möglichst lange als Tresor funktioniert.“ Selbstverständlich nutzt die Architektin dazu ein Konstruktionsprogramm, mit dessen Hilfe sich alle Planungsvarianten in Sekundenbruchteilen visualisieren lassen. Der Kunde sieht vorab, was er erhält – und in der Werkstatt kann der erfahrene Tischler Nissing die Aufträge zügig und korrekt bearbeiten.
Platanen, Eichen, Ulmen verarbeitet Nissing besonders gerne, und jeder Kubikmeter Holz entstammt der lokalen, FSC-zertifizierten Forstwirtschaft aus dem Stadtwald. Nissing sägt sie im hauseigenen Sägewerk auf, lagert sie und verabeitet sie dann je nach Bestellung zu handwerklich hochwertigen, langlebigen Produkten. Kleinere Möbelstücke werden dann mit einem Lastenrad ausgeliefert, das ebenfalls aus der Stadtwaldholz-Werkstatt stammt. Es ist aus Robinienholz gefertigt, einer besonders witterungsbeständigen Sorte, und es ist leichter als jede Metallkonstruktion. „Dieses Rad benutzen wir wirklich sehr oft“, bestätigt Sabine Röser.

Nachhaltigkeit mitten in Köln

Natürlich gibt es auch einen „Showroom“, wo Kleinserien ausgestellt sind: Beistelltische, Hocker, Beistelltische oder auch Kerzenleuchter – Dinge also, die in jedem Haushalt nützlich sind. „Unser kleinstes Produkt sind Bauklötze“, schmunzelt Sabine Röser, „die sind aus unterschiedlich farbigem Holz. So kann jedes Kind lernen, wie viele verschiedene Bäume es in Köln gibt.“ Und zugleich entsteht ein Bewusstsein dafür, dass die Nachhaltigkeit bei der Beschaffung von Rohstoffen beginnt. Stadtwaldholz hat sich mit einer zukunftsweisenden Nachhaltigkeitsinitiative mitten in Köln den Sonderpreis zum DEUSCHEN Waldpreis redlich verdient.

Rainer Soppa

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