20.04.2017Forstpolitik | Forstpolitik | Verbände & Zusammenschlüsse

Stadtwald Rosbach erhält PEFC-Zertifikat

Der Stadtwald Rosbach hat das PEFC-Zertifikat erhalten und ist damit von der Waldzertifizierung des FSC (Forest Stewardship Council) zu der des PEFC (Programme for the Endorsement of Forest Certification Schemes) gewechselt.

Bei der Urkundenübergabe (v.l.): Erster Stadtrat Heinz Sill, Christian Raupach (Regionale PEFC-Arbeitsgruppe Hessen), PEFC-Regionalassistentin Cornelia Pauls und Revierförster Michael Knebel.
Foto: Stadt Rosbach
„Nur eine nachhaltige Bewirtschaftung stellt sicher, dass das Ökosystem Wald auch noch für nachfolgende Generationen als Schutz-, Nutz- und Erholungsraum zur Verfügung steht“, macht Erster Stadtrat Heinz Sill auf die nachhaltige Bewirtschaftung des Rosbacher Stadtwaldes aufmerksam. Deshalb hat die Stadt Rosbach ihren Wald nun nach PEFC zertifizieren lassen.
 
PEFC ist die größte Institution zur Sicherstellung einer nachhaltigen Waldbewirtschaftung durch ein unabhängiges Zertifizierungssystem.
 
 
Die Teilnehmerurkunde wurde der Stadt Rosbach am 16. März von Christian Raupach, stellvertretender Vorsitzender der regionalen PEFC-Arbeitsgruppe Hessen, und Cornelia Pauls, PEFC-Regionalassistentin für Hessen, übergeben. In Empfang genommen wurde die Urkunde seitens der Stadt Rosbach neben Heinz Sill von Sigrid Egerer, die seit langen Jahren die Belange des Stadtwaldes im Rathaus betreut.
 
Ziel der Stadt Rosbach ist die Erhaltung eines intakten, multifunktionalen Waldes, der wirtschaftlich genutzt werden kann, gleichzeitig aber auch seine wichtigen ökologischen Funktionen erhält. Darüber hinaus soll er den Menschen Raum und Gelegenheit zur Erholung bieten und für nachfolgende Generationen erhalten bleiben. Durch die PEFC-Zertifizierung kann die Stadt Rosbach diese Art der Bewirtschaftung transparent darstellen.
 
„Die Bewirtschaftung der Wälder muss ohne Frage an strengen Kriterien ausgerichtet werden“, meint Revierförster Michael Knebel von Hessen-Forst, und verweist auf die Richtlinien von PEFC, wie etwa:
•  Kahlschläge sind grundsätzlich zu unterlassen;
•  anstelle von Monokulturen werden Mischbestände aus standortgerechten Baumarten gefördert;
•  Pflanzenschutzmittel sind nur das wirklich letzte Mittel zur Rettung des Bestandes;
•  Forstmaschinen müssen ausgewiesene Gassen nutzen, um die Verdichtung des Bodens so gering wie möglich zu halten;
•  Maschinen dürfen im Wald nur mit Bio-Öl betrieben werden;
•  auch Dienstleister müssen über ein anerkanntes Zertifikat verfügen;
•  „Totholz“ steigert die Artenvielfalt und dient als Lebensraum;
•  Wildbestände sind zur Sicherung der Waldverjüngung anzupassen;
•  Düngung darf nicht zur Ertragssteigerung eingesetzt werden;
•  der Wald bleibt frei von gentechnisch veränderten Organismen.
 
Vor-Ort-Überprüfungen dienen dazu, die Einhaltung dieser und weiterer Standards zu gewährleisten. Wenn die Bewirtschaftung „nachhaltig“ erfolgen soll, so bedeutet dies, dass „nicht mehr Holz eingeschlagen wird als nachwächst, dass der Baumbestand verjüngt und die natürliche Artengemeinschaft im Wald gefördert wird, indem zum Beispiel auch abgestorbene Bäume im Wald belassen werden“, so Sill.
 
PEFC setzt sich für die Erhaltung, den Schutz und die angemessene Verbesserung der biologischen Vielfalt in Waldökosystemen ein. Dort, wo eine natürliche Verjüngung nicht sinnvoll oder möglich ist, sollen geeignete Baumarten gepflanzt werden. Bei der Waldverjüngung, der Jungwaldpflege und bei Durchforstungen sind Sträucher und seltene Baumarten zu erhalten und zu fördern. „Die Vitalität und Stabilität unseres heimischen Waldes wird so erhalten“, lautet das Fazit von Knebel.
 
Über die Forderungen von PEFC hinaus sind im Rosbacher Stadtwald rund 55 ha Wald stillgelegt. Diese Flächen werden weiterhin nicht forstlich bewirtschaftet und dienen der Beobachtung der natürlichen Waldentwicklung. Gleichzeitig haben diese Flächen eine hohe Bedeutung für den Naturschutz.

PEFC, Stadt Rosbach

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