Baumpflege

Stadtbäume effizient und nachhaltig bewässern

Bearbeitet von Carolin Föste

Hannover testet derzeit Sensoren, die den Wasserbedarf eines Stadtbaumes melden. Können Bäume damit vor Trockenstress bewahrt, und kann die Ressource Wasser effizient genutzt werden? In dem Projekt „Kommunale Klimafolgenanpassung“ will die niedersächsische Landeshauptstadt (LHH) dem auf den Grund gehen.

Die Region Hannover fördert den Pilotversuch mit 10.000 Euro. Auf digitaler Basis wird das Vorhaben der Stadt über das EU-Förderprojekt „NuTree“ unterstützt. Eine effizientere Bewässerung von Stadtbäumen wird immer wichtiger, da der Klimawandel immer höhere Temperaturen in die Städte bringt, und Stadtbaumwurzeln durch Versiegelung eingeengt sind.

Hannover schützt Stadtbäume im Klimawandel

Bewässerung von Stadtbäumen
Im Einsatz gegen den Trockenstress: Hannover möchte ressourcensparend mit dem kostbaren Gut Wasser umgehen.
Foto: LHH

In Hannover werden jährlich 1.000 junge Bäume gepflanzt, die aus einer städtischen Baumschule stammen. Für vier Jahre werden diese dann alle zwei Wochen gegossen. „An Einzelstandorten wird dann unter Umständen sogar täglich gewässert. Das kostet nicht nur viel Wasser, sondern benötigt auch entsprechende Maschinen und Personal“, sagt Manuel Kornmayer, Leiter des Bereichs Öffentliche Grünflächen (im Fachbereich Umwelt und Stadtgrün). 100 bis 200 l Wasser werden pro Baum an den Boden abgegeben. Damit gibt die Stadt im Jahr 2022 eine halbe Mio. Euro aus, um Parks und Straßenbäume ausreichend zu bewässern. Die neue Technik soll die Arbeitsabläufe künftig effizienter gestalten. Die an aktuell fünf Bäumen installierten Sensoren senden die Informationen über den Zustand der Baumwurzeln per Funk.

„Mit der Sensortechnik wollen wir das Anwachsen der Bäume optimieren und sichern, denn die ersten Jahre sind für eine langfristige Baumgesundheit entscheidend“, so Kornmayer zu dem Versuch. „Darüber hinaus wollen wir mit technischer Hilfe auch verantwortungsbewusst und ressourcensparend mit dem kostbaren Gut Wasser umgehen.“ Das werde im Klimawandel immer wichtiger.

Erfahrung und Technik helfen gegen Trockenstress

„Auf dem Laptop oder Tablet können wir anhand einer Grafik die Saugspannung in unterschiedlichen Bodentiefen erkennen. Je höher der Wert, desto trockener ist es. Sobald ein definierter Wert erreicht ist, müssen wir handeln“, so Kornmayer. Ermittelt werden die Werte in 30, 60 und 90 cm Tiefe. „Die Technik ist eine tolle Ergänzung zu unserer jahrzehntelangen gärtnerischen Erfahrung. Die Sensoren liefern sehr genaue Werte für jeden einzelnen Baum. Wir haben schon so manchen Bewässerungsgang gespart, bei dem wir sonst vorsichtshalber gewässert hätten.“

Mit den Tests zeigt sich Kornmayer zufrieden. Künftig will er die Sensoren möglichst stadtweit an mehreren Bäumen einsetzen, die dann den Zustand umliegender Bäume, abhängig ihres Standorts, repräsentieren. Der Wunsch für die Zukunft: Kein Wasser mehr verschwenden und langfristig widerstandsfähige Stadtbäume entwickeln.

Quelle: LHH