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Stabile Ergebnisse bei EGGER

Von einem erfolgreichen, wenn auch herausforderndem Geschäftsjahr 2018/2019 (30.4.2019) berichtet die EGGER Gruppe mit Stammsitz in St. Johann in Tirol. Die wesentlichen Kennzahlen entwickelten sich stabil.

Die EGGER Gruppenleitung zeigt sich zufrieden mit dem im Geschäftsjahr 2018/2019 erzielten Umsatz von 2.841,5 Mio. € (+ 5,6 % zum Vorjahr) und dem bereinigten operativen Ergebnis (EBITDA) von 425,0 Mio. Euro (-4,7 % zum Vorjahr). „Wir haben nicht all unsere hoch gesteckten Ziele erreicht, liegen aber plankonform mit der Umsetzung unserer strategischen Wachstumsschritte. Vor dem Hintergrund der massiven Investitionen und mit den damit verbundenen, teilweise nicht aktivierungsfähigen, Aufbau- und Anlaufkosten konnten wir gemeinsam mit unseren 9.600 Mitarbeitern eine sehr solide Entwicklung erreichen“, fasst Thomas Leissing, Sprecher der Gruppenleitung und verantwortlich für Finanzen, Verwaltung und Logistik, zusammen. Die bereinigte EBITDA-Marge beträgt 15,0 % und liegt damit im langjährigen Mittel. Die Eigenkapitalquote liegt auf dem weiterhin hohen Niveau von 36,8 % (Vorjahr: 40,8 %).

Entwicklung in den Märkten

In der zweiten Jahreshälfte 2018 verlangsamte sich das Wachstum der Weltwirtschaft und insbesondere im Euroraum. Auch die Bauwirtschaft wächst derzeit langsamer als prognostiziert. Für EGGER waren jedoch im abgelaufenen Geschäftsjahr die Marktumfelder in den wesentlichen Märkten in Europa sowie in Russland insgesamt zufriedenstellend und ermöglichten eine stabile Entwicklung. Der für das Unternehmen wesentlichste geografische Markt ist Westeuropa, und hier vor allem Deutschland mit der dort stark vertretenen Möbelindustrie. Der westeuropäische Markt mit einem Umsatz von 1.672 Mio. € (+4,7 %) ist auch im Geschäftsjahr 2018/2019 gewachsen und hat damit 58,9 % der Umsatzerlöse erwirtschaftet.

Die Märkte Zentral- und Osteuropa sowie Russland erzielten ebenfalls einen stabilen Umsatzanteil von 29,5 %, wobei sich dort neben rückläufigen Umsätzen mit Fußboden-Produkten in der Türkei auch die sinkende Nachfrage bei OSB negativ auswirkten. Insgesamt konnte dies allerdings durch eine Steigerung des Absatzes bei Fußboden- und Innenausbauprodukten in Russland und durch Umsatzzuwächse in anderen Verkaufsgebieten der Region kompensiert werden.

Außereuropäische Länder spielen eine wachsende Rolle für EGGER. Sie machten im 2018/2019 mit 330 Mio. € (+10 % zum Vorjahr) 11,6 % des Gesamtumsatzes aus. Dabei waren die Umsätze des neuen Werks in Argentinien hinter den Erwartungen zurückgeblieben.

Umsatzzuwächse in allen Bereichen

Erstmals berichtet EGGER im Geschäftsjahr 2018/2019 in den Divisionen EGGER Decorative Products Mitte (Werke in Deutschland, Westösterreich und der Türkei), EGGER Decorative Products West (Werke in Großbritannien und Frankreich) und EGGER Decorative Products Ost (Werke in Ostösterreich, Rumänien, Russland und Polen), EGGER Flooring Products (Werke in Wismar und Gagarin/Russland) sowie dem Segment „Sonstiges“. Im Segment „Sonstiges“ werden Gruppenfunktionen, das Sägewerk in Brilon (D) und andere eigenständige bzw. im Aufbau befindliche Bereiche oder Werke zusammengefasst. Die beiden OSB-Werke in Radauti (RO) und Wismar (D) sind seit dem 1.5.2018 den Divisionen EGGER Decorative Ost und EGGER Flooring Products zugeordnet.

2018/2019 konnten alle Bereiche Umsatzzuwächse verzeichnen: Der Bereich dekorative Produkte für den Möbel- und Innenausbau macht mit 76,0 % der Umsätze den größten Anteil aus. Die Division Decorative Products Mitte erwirtschaftete einen Umsatz von 862,4 Mio. € (+2,1 % zum Vorjahr). Die Division Decorative Products West hat mit 714,0 Mio. € den Umsatz um +8,5 % gesteigert. Der Umsatz der Division Decorative Products Ost stieg um +2,1 % auf 837,7 Mio. €. Die Division Flooring Products hat einen Anteil von 14,1 % am Gesamtumsatz und liegt mit 447,0 Mio. € ebenfalls um +5,0 % über dem Vorjahr. Das Segment Sonstiges hat mit 313,7 Mio. € einen Anteil am Gesamtumsatz von 9,9 %. Die Steigerung um +24,8 % zum Vorjahr resultiert aus dem darin erstmals für volle zwölf Monate enthaltenen Werk Concordia (Argentinien) und einer sehr positiven Entwicklung im Sägewerk Brilon (D).

Leicht rückläufige Ergebnisentwicklungen in den dekorativen Divisionen sind auf einen geänderten Produkt- und Marktmix und auf Anlaufkosten aus den Investitionen sowie auf regional gestiegene Rohstoffpreise zurückzuführen. Der drohende Brexit zeigte bislang keine spürbaren Effekte.

Rekordsumme investiert

Im Geschäftsjahr 2018/2019 tätigte EGGER Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte in der Höhe von 489,1 Mio. €. Davon entfielen 78,1 Mio. € auf Erhaltungsinvestitionen, 411,0 Mio. € auf Wachstumsinvestitionen. Die größten Posten nahmen dabei die beiden Greenfield-Projekte in Biskupiec (PL) und in Lexington, NC (USA) ein. Das 19. Werk wurde im Verlauf des Geschäftsjahres in Polen fertiggestellt und nahm am 28. Jui den Betrieb auf. In Lexington, NC – dem ersten Produktionsstandort von EGGER in den USA – schreiten die Hochbauarbeiten planmäßig voran. Mit der Inbetriebnahme wird gegen Ende 2020 gerechnet, so Walter Schiegl, EGGER Gruppenleitung Technik/Produktion.

Neben diesen Großinvestitionen hat EGGER auch in die bestehenden Standorte umfangreich investiert, insbesondere in Veredelungs- und Logistik-Investitionen in den Werken Brilon, St. Johannund Wismar.

Voll ausgelastete Werke

Die produzierte Menge an Rohplatten inkl. Schnittholz konnte im Geschäftsjahr 2018/2019 auf 8,8 Mio. m³ (+3,5 %) gesteigert werden, was eine Vollauslastung aller primären Produktionskapazitäten bedeutet. Der Zuwachs stammt im Wesentlichen aus dem Werk in Concordia/Argentinien, welches nach der Übernahme im Oktober 2017 im Vorjahr lediglich für 7 Monate enthalten war. Darüber hinaus konnte die Produktion von MDF/Fußboden in Gagarin sowie die Schnittholzmenge im Sägewerk Brilon gesteigert werden.

Die Anzahl der eigenen Mitarbeiter betrug 9.481 (Vorjahr: 8.765) im Jahresschnitt und 9.643 zum Stichtag 30.4.2019. Der Anstieg der Mitarbeiteranzahl ist wiederum auf die Wachstumsinvestitionen zurückzuführen.

Nachhaltigkeit weiter im Fokus

Wiederum veröffentlicht EGGER zeitgleich mit dem Jahresfinanzbericht auch den jährlichen Nachhaltigkeitsbericht (nichtfinanzielle Erklärung). Dieser ist unter www.egger.com/nachhaltigkeit abrufbar und enthält sämtliche Haltungen, Zielsetzungen und Leistungen hinsichtlich ökonomischer, ökologischer und sozialer Nachhaltigkeit.

Ausblick für 2019/2020

Im nun laufenden Geschäftsjahr gilt es für EGGER, die Ergebnispotenziale der getätigten Investitionen auszuschöpfen. Für die Produktbereiche OSB und Schnittholz rechnet EGGER mit einer positiven Nachfrageentwicklung. Laminatfußboden wird hingegen in Westeuropa weiterhin marktseitig unter Druck stehen. Durch die stabile Entwicklung im Kernbereich Möbel- und Innenausbau, das Wachstum in Russland sowie die Verlagerung von Mengen aus schwächeren Regionen hin zu alternativen Märkten rechnet EGGER gruppenweit für das Geschäftsjahr 2019/2020 mit einem anhaltenden Umsatzwachstum und einem zumindest stabilen Ergebnis.

Größere Unsicherheiten können von der weiteren Entwicklung der politischen Spannungen im Nahen Osten, von den Auswirkungen des Brexit, der wirtschaftlichen Situation in der Türkei, der Währungs- bzw. Inflations- und Wirtschaftsentwicklung in Argentinien und dem Handelsstreit zwischen USA und China und dessen Auswirkungen auf die Weltwirtschaft ausgehen. Auch die Entwicklung der Rohstoffmärkte, und hier vor allem eine regional geprägte Verknappung von Holz, stellt ein langfristiges Risiko dar. Diesem wirkt das Unternehmen mit der Inbetriebnahme von zusätzlichen Veredelungskapazitäten und Investitionen zur Verbesserung der Rohstoff- und Energiesituation sowie mit ständiger Optimierung der Materialeinsätze und der Kostenstruktur entgegen.

Red/EGGER

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