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Stabile Akzeptanzwerte für NP Eifel

Ergebnisse der jüngsten Untersuchung zur Akzeptanz des Nationalpark Eifel in der Bevölkerung zeigen, dass sich die Akzeptanz gegenüber dem Schutzgebiet im Vergleich zu 2006 leicht erhöht hat. 64,95 Prozent der Bevölkerung in den Untersuchungsorten spricht sich bei der Sonntagsfrage, einer fiktiven Abstimmung über den Fortbestand des Nationalparks Eifel, für einen Fortbestand des Nationalparks aus.Im Frühherbst 2013 führte der Geographie-Diplomand Markus Hillebrand von der Universität Bonn eine Wiederholungsstudie zu diesem Thema im Rahmen einer Diplomarbeit durch. Es wurden insgesamt 536 Personen in sechs Nationalpark-Orten befragt. Dabei stand die Leitfrage im Mittelpunkt: Welche Einstellung hat die lokale Bevölkerung zum Nationalpark Eifel und wie hat sich diese seit der ersten Erhebung vor sieben Jahren verändert? Befragt wurden Personen aus den Orten Dreiborn, Einruhr, Hergarten und Rurberg sowie aus den vom Nationalpark nahezu umschlossenen Ortschaften Wolfgarten und Erkensruhr. Somit ist eine Vergleichbarkeit der Ergebnisse zur Studie aus 2006 möglich und Entwicklungen erkennbar. „Die Ergebnisse und Werte der Akzeptanz sind verglichen mit anderen Nationalparken in Deutschland hoch“, lautete ein Resümee, das Hillebrand am 24. Juni in Schleiden-Dreiborn bei der Präsentation seiner Ergebnisse zog.Gleichwohl habe sich eine gewisse „Akzeptanzschere“ gebildet. In Orten, die zuvor eine hohe Akzeptanz aufwiesen, sei diese noch weiter gestiegen und in Orten mit geringer Akzeptanz weiter gesunken. Daher, so die Handlungsempfehlung, müsse sich besonders um Letztere intensiv bemüht werden. Um die Belange der Bevölkerung ausreichend zu berücksichtigen und mit einzubeziehen sei es wichtig, dass die Bürgervertreter wichtige Informationen aus den Nationalpark-Gremien an die Anwohner weitertragen. Insgesamt spreche sich eine Mehrheit der Bevölkerung für die Beliebtheit des Nationalparks aus. Anwohner, die sich von der Nationalparkverwaltung informiert und einbezogen fühlen, positionieren sich auch deutlich für das Großschutzgebiet. „Auch im Nationalpark Eifel zeigt sich, dass die Akzeptanz mit zunehmender Entfernung der Orte vom Nationalpark steigt“, ergänzte Betreuer Professor Karl-Heinz Erdmann vom Bundesamt für Naturschutz.Überraschend ist das Ergebnis in Bezug auf die Wahrnehmung des Landschaftsbildes nach Renaturierungsmaßnahmen, wie dem flächigen Fällen von Fichten, im Großschutzgebiet: Für den Großteil der befragten Bevölkerung wird das Landschaftsbild durch die Arbeiten zur Waldentwicklung nicht gestört. Vor allem die Menschen die sich informieren, verstehen auch die Zusammenhänge zwischen den Maßnahmen und Naturschutzzielen. Die Studie zeigte, dass vor allem die direkte Kommunikationsform in den fünf Nationalpark-Toren intensiv als Informationsquelle genutzt wurde.Bei fast allen Befragten stoßen auch die Nationalpark-Regeln auf breite Akzeptanz: Während die Anwohner für das Anleinen der Hunde, wenig Lärm und kein offenes Feuer in dem Großschutzgebiet großes Verständnis zeigen, sind sie jedoch bei der Annahme des Verbots Früchte und Holz sammeln sowie die Wege zu verlassen weniger begeistert.

Wald und Holz NRW

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