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Umweltministerin Ulrike Höfken überreicht am 15. Februar 2016 in Mainz die FSC-Zertifikate an die Vertreter der Forstämter Birkenfeld

Staatswald in Rheinland-Pfalz ist vollständig nach FSC zertifiziert

„Alle 44 Forstämtern sind dafür ausgezeichnet worden, dass sie den Wald nach weltweit anerkannten Standards für nachhaltigen Waldbau bewirtschaften“, erklärte Umweltministerin Ulrike Höfken am 15. Februar bei der feierlichen Übergabe des Labels an die letzten drei Forstämter Idarwald, Birkenfeld und Hochwald, im und um den neuen Nationalpark Hunsrück-Hochwald. Damit ist der Auftrag aus dem Koalitionsvertrag umgesetzt, den Staatswald nach FSC zu zertifizieren, so die Forstministerin.
„Die FSC-Zertifizierung war von Anfang an ein Kernprojekt der Landesregierung“, Höfken bedankte sich für diese erfolgreiche Arbeit bei allen Beteiligten, allen voran bei den Leitungen und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Forstämter. „Mit FSC wird nicht nur der naturnahe Waldbau in Rheinland-Pfalz unterstützt, es werden außerdem soziale Standards stärker einbezogen. Dazu gehört die Arbeitssicherheit der Waldarbeiter und die Beteiligung der lokalen Bevölkerung. Der Holzwirtschaft und Verbrauchern ermöglicht das Label die bewusste Entscheidung für ein nachhaltiges Holz-Produkt“, erklärte Höfken.
Mehrfach Neuland betreten
Landesforsten Rheinland-Pfalz war bundesweit die erste Forstverwaltung, die sich für eine FSC-Gruppenzertifizierung des Staatswalds entschieden hat. Die Zertifizierung erfolgte in den Jahren 2012 bis 2015 stufenweise in Gruppen von Forstämtern. Nun werden die kompletten 210.000 ha Staatswald nach FSC-Standards bewirtschaftet. Ziel sei ein Waldbau, der die biologische Vielfalt erhält, die lokale Bevölkerung einbezieht und zugleich wirtschaftlich rentabel sei.
„Das ist Nachhaltigkeit im besten Sinne. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Landesforsten unterstützen diesen Prozess beispielhaft“, betonte die Ministerin.
In diesem Zertifizierungsprozess habe FSC nicht nur den Landesforst bewegt, sondern Landesforsten hat als neues Mitglied auch einiges bei FSC bewegt. In Rheinland-Pfalz hat FSC Deutschland gleich mehrfach Neuland betreten. „Wir werden als erstes Bundesland Öko-Weihnachtsbäume nach FSC zertifizieren. Rheinland-Pfalz hat dazu gemeinsam mit dem Zertifizierungspartner den Standard neu entwickelt. So kommt in diesem Jahr erstmals ein vollständig insektizid- und chemiefreier und ohne Mineraldüngung aufgezogener FSC-Weihnachtsbaum auf den Markt“, so Höfken. Außerdem habe Rheinland-Pfalz den „FSC- Waldauschuss“ mitbegründet. Ein solcher Ausschuss existierte bisher nicht. Als „Stimme der Waldbesitzer“ habe er wesentlichen Einfluss auf den FSC-Waldstandard 3.0.
Am 17. Februar werde die neue App „Waldecho“ der Öffentlichkeit vorgestellt, kündigte Höfken an. Damit können Bürgerinnen und Bürger Anliegen und Beschwerden zu Bewirtschaftung oder dem Zustand des Waldes per Handy festhalten und den Forstdienststellen zuleiten.
Der Forest Stewardship Council (FSC) wurde 1993 als international tätige, regierungsunabhängige und gemeinnützige Organisation gegründet. Die Mitglieder sind Interessengruppen wie Waldbesitzer, Holzindustrie, Naturschutzorganisationen und Gewerkschaften aber auch Organisationen der Ureinwohner zum Beispiel der Amazonasregion sowie Zertifizierungsunternehmen. Die Zentrale von FSC-International hat ihren Sitz in Bonn. Landesforsten Rheinland-Pfalz ist seit 2013 Mitglied von FSC Deutschland und seit 2014 Mitglied bei FSC International.
MULEWF Rheinland-Pfalz
Hochwald und Idarwald. Foto: MULEWF Umweltministerin Ulrike Höfken überreicht am 15. Februar 2016 in Mainz die FSC-Zertifikate an die Vertreter der Forstämter Birkenfeld

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