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Staatswald im Saarland wird naturnaher Bürgerwald

Der SaarForst-Landesbetrieb (SFL) wird, wie bereits im Koalitionsvertrag angekündigt, derzeit reformiert. Er soll organisatorisch auf die neuen Herausforderungen einer naturnahen und nachhaltigen Waldbewirtschaftung eingestellt werden. Insbesondere mit Blick auf Biodiversität, Klimawandel und die veränderten Erwartungen der Bürgerinnen und Bürger an den Wald sind neue Schwerpunktsetzungen erforderlich.
Seit Januar arbeitet eine AG bestehend aus Vertretern des Personalrates, der Industriegewerkschaft Bauen, Agrar und Umwelt (IG BAU), des Bundes deutscher Forstleute (BDF), der SaarForst-Betriebsleitung sowie des Umweltministeriums Reformvorschläge aus. Als erster Schritt wurde ein verbindliches Betriebsziel erarbeitet.
Schwerpunkte dieses Betriebszieles sind die Weiterentwicklung der naturnahen Waldbewirtschaftung und eine bürgernahe Bewirtschaftung des Staatswaldes. „Der saarländische Staatswald ist der Wald der Bürgerinnen und Bürger“, sagt Umwelt-Staatssekretär Klaus Borger. Das bedeute,
  • dass unter Beachtung bestehender rechtlicher Vorgaben der Erfüllung der Bedürfnisse der Bürgerinnen und Bürger Vorrang eingeräumt wird;
  • dass die Ansprechpartner im Staatswald, also die Förster, für den Bürger erreichbar sind;
  • dass den Bürgerinnen und Bürgern durch den SFL künftig stärker die Möglichkeit gegeben wird, durch einen allgemeinverständlichen „Waldkodex“ waldbauliches und jagdwirtschaftliches Handeln zu bewerten mit dem Ziel, sich stärker als bisher mit der Wald- und Jagdbewirtschaftung zu identifizieren.
Es werden wieder Forstreviere eingerichtet, die für alle anfallenden Aufgaben im Revier zuständig sind Die Reviergrößen sollen an die neuen Aufgaben angepasst werden, maximal wollen wir eine Größe von 1500 Hektar festlegen. Mit Blick auf die gewünschte naturnahe Waldbewirtschaftung hat die Erreichung ökologischer Ziele Vorrang vor der Erreichung ökonomischer Ziele. Es dürfen künftig etwa nur Holzernteverfahren angewendet werden, die den Waldboden nicht schädigen. Der Einsatz hochmechanisierter Holzernteverfahren soll auch aus arbeitsmarktpolitischen Gründen eingeschränkt und perspektivisch durch andere bewährte Verfahren ersetzt werden.
Auch die Jagd ist ein zentrales Element der Bewirtschaftung des Staatswaldes. Sie hat ausschließlich der Erreichung der waldbaulichen Ziele zu dienen, die Artenvielfalt und Bodenfruchtbarkeit fördern. Wald geht vor Wild, denn von einem artenreichen, gesunden Wald profitieren die Wildtiere.
Der Staatssekretär betont, dass mit der Reform, die bis Juni 2011 umgesetzt werden soll, kein Personalabbau stattfindet. „Im Gegenteil, wir erwarten, dass die zu erwartende positive Entwicklung auf dem Holzmarkt dazu beitragen wird, neue Arbeitsplätze zu schaffen“, so Borger.
Saarforst

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