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Spritzkanone

Mit der Spritzkanone gegen Raupen

Der Einsatz von Insektiziden ist im Wald schon ziemlich lange die Ultima Ratio – wenn sonst wirklich gar nichts mehr hilft. Schwammspinner-Vermehrungen gehören in Unterfranken seit einiger Zeit zu solchen Kalamitäten, die bestandesbedrohend werden. Üblicherweise bekämpft man diese aus der Luft.

Hier sehen wir eine echte Sondersituation: Am Stadtrand von Schweinfurt kommt ein starker Befall mit Eichen-Prozessionsspinner hinzu, zugleich reichen die stark befallenen Bestände bis an die Bebauung heran. Da kann man nicht befliegen. Außerdem sind es FFH-Schutzgebiete. Um wenigstens die Anwohner und Spaziergänger zu schützen, sollten die Waldränder mit dem Biozid Bacillus thuringiensis gespritzt werden. Wie der Name schon sagt, ist das ein Bakterium, das die Larven befällt und letztlich zum Absterben bringt.

Die Firma Jacob Baumpflege aus Fladungen hat sich dafür diese Spritzkanone aufgebaut. Eigentlich ist die Tifone 460 für Kleinschlepper im Obstbau gedacht. Es gibt auch eine Version für den Pickup. So kann man die Einsatzorte wesentlich schneller erreichen, auch wenn bei der Behandlung selbst Schrittgeschwindigkeit angesagt ist. Gelenkt wird die Kanone per Fernsteuerung und Kamera aus dem Fahrerhaus. Damit ist man auch nicht dem Spritznebel ausgesetzt. Damit Wolf-Dieter Jacob auch sieht, wo er „hinschießt“ hat die Kanone eine eingebaute Kamera. Auf dem Anhänger fahren gleich noch zwei IBC-Tanks mit Wasser hinterher, um damit neue Spritzbrühe anzusetzen. Das reicht normalerweise für einen halben Tag.

Wolf-Dieter Jacob kann die Spritzkanone aus dem Auto heraus fernsteuern. Foto: H. Höllerl

Heinrich Höllerl

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