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Spatenstich der weltweit modernsten Papierfabrik

In Sachsen-Anhalt entsteht eine der modernsten Papierfabriken weltweit mit einer Jahreskapazität von 750.000 t. Dafür wurde am 10. August am Standort Sandersdorf-Brehna der erste Spatenstich gesetzt. Bauherr und Betreiber der Anlage ist die Progroup AG aus Landau, die damit ihre dritte Papierfabrik errichtet und die Jahresproduktion von Wellpappenrohpapier auf insgesamt 1,85 Mio. t steigern wird.

Die Investitionssumme für das neue Projekt liegt bei 375 Mio. €. Das Werk wird 140 direkte und bis zu 350 indirekte Arbeitsplätze schaffen.

Der Ministerpräsident des Bundeslandes Sachsen-Anhalt, Dr. Reiner Haseloff, begrüßte die Industrieansiedlung als ein wichtiges Leuchtturmprojekt für die Reindustrialisierung Ostdeutschlands: „Dass in unserem Heimatland die weltweit modernste Papierfabrik entsteht, darauf können wir stolz sein. Wenn eine europaweite Standortsuche zu einem Zuschlag für Sachsen-Anhalt führt, dann können wir nicht viel falsch gemacht haben. Wir haben offensichtlich einmal mehr davon profitiert, dass ein Investor bereits gute Erfahrungen in Sachsen-Anhalt gesammelt hat. Ich danke der Progroup für das Vertrauen, das sie in unser Land und seine Kommunen setzt.“

Die Progroup AG hatte für ihre dritte Papierfabrik nach Burg bei Magdeburg und im brandenburgischen Eisenhüttenstadt eine europaweite Standortsuche gestartet. „Für unsere Standortwahl waren neben der räumlichen Nähe zu den bisherigen Standorten vor allem die guten verkehrstechnischen Anbindungen und die hohe industrielle Kompetenz der Region ausschlaggebend“, sagt Jürgen Heindl, CEO und Vorstandsvorsitzender der Progroup AG, und betont: Bei jedem Projekt wird umweltbewusst investiert, also in Anlagen, die nicht nur dem neuesten Stand der Technik entsprechen, sondern selbst neue Standards setzen. Realisiert wird die neue Papiermaschine von Voith Paper, einem weltweit tätigen, namhaften Maschinenbauer aus Heidenheim. Damit können die Progroup-Marken umweltschonend hergestellt werden.

Progroup AG setzt auf Green Hightech-Philosophie

Errichtet wird die neue Papierfabrik auf einem Baugrundstück mit einer Größe von 450.000 Quadratmetern in der Nähe von Bitterfeld. Das Gesamtprojekt sieht neben der Papiermaschine, die zu 100 % Altpapier verarbeitet, in einer zweiten Stufe auch den Bau eines Ersatzbrennstoffkraftwerkes vor, das die neue Hochleistungsmaschine energieeffizient mit Dampf und Strom versorgt. In diesem Kraftwerk können die im Altpapier enthaltenen Störstoffe integriert thermisch verwertet werden. Zudem wird eine weitgehende Unabhängigkeit des Papierwerkes von fossilen Brennstoffen erreicht.

Schließlich wird die Papierfabrik mit einem optimierten Wasserkreislauf ausgestattet sein und es wird in modernste Technologien zur Abwasserreinigung investiert. Die Wasserversorgung erfolgt über Grund- und Oberflächenwasser, das durch die Stilllegungsmaßnahmen im Braunkohletagebau umfangreich vorhanden ist.

Das in den Werken der Progroup AG hergestellte Wellpappenrohpapier wird zu 85 % in den derzeit zehn eigenen Wellpappformatwerken in Deutschland, Frankreich, Tschechien, Polen, Großbritannien und Italien verarbeitet. Um den ökologischen Fußabdruck zu verringern, wird ausschließlich Altpapier eingesetzt.

Jürgen Heindl: „Das neue Projekt reiht sich ein in unsere One-Mill-Strategie, die konsequent der Green Hightech-Philosophie folgt. Anders ausgedrückt: Für die Versorgung unserer hochmodernen Werke wird kein einziger Baum gefällt. Das ist in Zeiten des Klimawandels gelebter und bewusster Umweltschutz.“

Progroup AG

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