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Aufforstung in Thüringen nach „Friederike“

Während die Thüringer Förster nach Sturmtief „Friederike“ im Staatswald noch mit den Aufräumarbeiten beschäftigt sind, blicken sie schon auf die Aufforstung der entstandenen Kahlflächen. Doch die Versorgung mit hochwertigem Saat- und Pflanzgut könnte sich absehbar zu einem Engpass entwicklen. Der Grund: deutschlandweit sind Schadholzmengen in Höhe von 9 Mio. Fm angefallen, die umfangreiche, aufzuforstende Kahlflächen zur Folge haben werden.

Volker Gebhardt, ThüringenForst-Vorstand erläutert: „Die betriebseigene Forstbaumschule in Breitenworbis ist ein wichtiger Teil unseres unternehmerischen Risikomanagements. Dadurch sichern wir ab, in Zeiten der Not auf Saat- und Pflanzgut wie auch eine schnelle Vertriebslogistik zurückgreifen zu können, die unseren Qualitätsmaßstäben insbesondere in Bezug auf Herkunft und Frische genügt“. Die betriebseigene 24 ha Forstbaumschule „Gottlob König“ in Breitenworbis im Thüringer Forstamt Leinefelde verfügt über Saat- und Pflanzgut und steht den sturmgeschädigten Forstämtern landesweit zur Seite. Dies ist wichtig, denn: bundesweit ist die Zahl der Baumschulen rückläufig.

Auf laubholzreichen Schadflächen wird auf Naturverjüngung gesetzt. „Um die Wälder auf die künftigen klimatischen Gegebenheiten vorzubereiten, müssen wir ein breites Spektrum an Baumarten vorhalten – vergleichbar einem Gemischtwarenladen“, so Gebhardt weiter. Mit der 24 ha großen Forstbaumschule sieht sich ThüringenForst ausreichend gerüstet, zumal seltene Sonderherkünfte auch weiterhin von privaten Forstbaumschulen bezogen werden. Rund 80 % des Schadholzanfalls im Staatswald betreffen die Baumart Fichte. Im Rahmen des Waldumbaus werden größere Schadflächen mit besser standortsgeeigneten, klimastabilen Nadel- und Laubhölzern wieder aufgeforstet.

Jeder vierte Baumschulbetrieb hat in den letzten fünf Jahren geschlossen

Gab es 2012 bundesweit noch 21.200 ha Baumschulfläche, so sank diese bis 2017 um 14 % auf jetzt 18.600 ha, wie das Statistische Bundesamt ermittelte. Derzeit verfügt ein Baumschulbetrieb in Deutschland über eine durchschnittliche Baumschulfläche von 11 ha. Thüringen verfügt über 0,8 % der bundesweiten Baumschulflächen. Von den 1.700 Baumschulbetrieben zogen hingegen nur 275 Nadel- und Laubbäume für Forstpflanzungen heran, der weitaus größere Teil bedienten Landschaftspflege und Städtebau mit Alleen-, Park- und Straßenbäumen. In Thüringen sind 32 Betriebe mit 0,8 % an der gesamtdeutschen Baumschulfläche beteiligt.

ThüringenForst

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