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Spätfrostschäden mindern Pflanzenqualität

Spätfrostschäden mindern Pflanzenqualität

Anfang Mai dieses Jahres ist es vielerorts zu erheblichen und lang andauernden Nachtfrösten gekommen. Dabei waren ungewöhnlich weite Teile Mitteleuropas betroffen. Schäden an Gehölzen sind besonders dann entstanden, wenn sich diese in einem sensiblen Austriebszustand mit bereits geöffneten Knospen, aber noch nicht vollständig ausgebildeten Blättern und Nadeln befunden haben. Je nach Kombination von Froststärke und -dauer, Baumart, Austriebszustand und – soweit möglich – ergriffenen Frostschutzmaßnahmen ist es in etlichen Forstbaumschulen zu deutlichen und teils umfangreichen Frostschäden an Pflanzenbeständen gekommen. Die tatsächlichen Auswirkungen der Schäden nach Art und Umfang auf die Pflanzenqualität werden teilweise erst beim Roden der Quartiere und Sortieren der Pflanzen im Herbst sicher erkennbar sein.
Grundsätzlich kann aber in den Quartieren der Forstbaumschulen mit einem deutlich höheren Anteil von Pflanzen gerechnet werden, die spätfrostbedingte Formfehler, vor allem ungünstige Verzweigungen, Verbuschung oder Zwieselbildung, aufweisen. Diese spätfrostbedingten Fehler sind nicht genetisch bedingt. Daher können sie und zu ihrer Abmilderung gegebenenfalls durchgeführte Formschnitte aufgrund der diesjährigen witterungsbedingten Sondersituation beim Pflanzenkauf umso eher toleriert werden, je höher die Sicherheit der Herkunft der Pflanzen aus sonst gut veranlagten Ausgangsbeständen ist.
Vor allem bei knappen Größen und Herkünften kann es in dieser besonderen Situation richtig sein, beim Pflanzenkauf eine größere Toleranz gegenüber einem Formschnitt oder dem äußeren Erscheinungsbild der Pflanze zu zeigen. Einzelheiten können klar definiert mit den Lieferanten vereinbart werden. Die zusätzliche lang andauernde und ausgeprägte Trockenphase zu Beginn der Vegetationsperiode, teils begleitet durch heiße und windige Witterung, hat den Wachstumsverlauf der Pflanzen in den Baumschulquartieren – trotz Beregnungsmöglichkeiten – ebenfalls beeinflusst.
Manche Sortimente werden bei weiterhin günstigem Witterungsverlauf einen Rückstand im Längenwachstum eventuell noch aufholen können. Viele Pflanzen haben sich physiologisch schon erholt und werden naturgemäß versuchen, einen dominanten Leittrieb auszuformen. Grundsätzlich muss aber in diesem Jahr damit gerechnet werden, dass die Pflanzen – unabhängig von ihrer physiologischen und genetischen Qualität und Vitalität – für ihr Alters-Sortiment eher kürzer bleiben.
Beim Laubholz dürfte zum Beispiel das Angebot an 80/120/150er Pflanzen mit hoher Wahrscheinlichkeit geringer als üblich ausfallen. Konsequenzen der Angebotssituation auf die Preisbildung sind wahrscheinlich: Die Baumschulen sind doppelt betroffen durch geringere Pflanzen-Ausbeute bei höherem Aufwand. Auf die Abnehmerseite wirken sich die Witterungsverhältnisse dann ebenfalls aus.
Wald und Holz NRW

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