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Soll und Haben bei ThüringenForst

ThüringenForst – Anstalt öffentliches Recht hat seinen Geschäftsbericht 2014 vorgelegt. Die Umsatzerlöse für das Kalenderjahr 2014 werden mit rd. 75,2 Mio. €, der Gesamtertrag mit 118,2 Mio. € angegeben, gegenüber dem Vorjahr +7 % bzw. +8 %. Der Anteil des Holzverkaufs am Umsatz wird auf 92 % beziffert. Im Jahr 2014 wurden aus dem Forstbetrieb von ThüringenForst ca. 1,2 Mio. Fm Holz verkauft. Mit einem Mengenanteil von 59 % dominierte die Fichte, gefolgt von der Buche mit 20 %. Auch beim Umsatz aus den Holzverkäufen (69,5 Mio. €) ist die Fichte mit einem Anteil von fast 66 % die ertragreichste Baumart im Staatswald. Der von ThüringenForst über alle Holzverkäufe und Sortimente erzielte Durchschnittserlös lag 2014 bei rd. 61 €/Fm (Vorjahr: 59 €/Fm). Die Holzerntekosten je Festmeter sind leicht gesunken, so dass der Deckungsbeitrag I rd. 37 €/Fm beträgt. ThüringenForst vermarktete 2014 etwa 519 000 Fm Rohholz für körperschaftliche und private Waldbesitzer. Seit 2007 ist dieser Teil kontinuierlich gesunken. Die durch Sturm und Schnee 2014 verursachte Schadholzmenge beträgt 54 000 Fm, davon 43 000 Nadelholz; der Käferholzanfall 84 000 Fm.Zukünftige EntwicklungEiner der im Geschäftsbericht erläuterten sieben Risikobereiche ist die dauerhafte Flächenstilllegung. Der Verlust an Produktionsflächen kann auf den verbleibenden Waldflächen nicht kompensiert werden, „was je nach Preisentwicklung zu zurückgehenden Umsatzerlösen aus dem Verkauf von Rohholz führen wird“. Mit einer zu erwartenden politisch gewollten neuen Zielformulierung könnte sich gegenüber dem alten Ziel, 25 000 ha natürliche Waldentwicklung in Thüringen (realisiert sind 15 826 ha, davon entfallen 14 202 ha auf ThüringenForst) ein höherer Flächenanteil für ThüringenForst ergeben. „Erhebliche Risiken“ im Bereich Finanzen werden mit dem Ausgang der Untersuchungen des Bundeskartellamtes zur gemeinsamen Rundholzvermarktung in Baden-Württemberg gesehen. Zwei Eckpunkte markieren den Risikobereich gesellschaftliches Umfeld: Zum einen die im Koalitionsvertrag der Thüringer Landesregierung 2014 fixierte schrittweise Zertifizierung des Staatswaldes nach FSC. Zum anderen die Umsetzung des 5-%-Ziels: Mindestens drei großflächige Gebiete (Bereiche Vessertal, Wartburg-Inselsberg, Hainleite/Possen) sollen aus der Nutzung genommen und sehr kleine Flächen nicht angerechnet werden. „Diese Ziele stellen, aufgrund der damit verbundenen Mehraufwendungen in Millionenhöhe und Mindererlöse ebenfalls in Millionenhöhe, eine Gefahr für die Erfüllung der gesetzlichen Vorgaben zur Wirtschaftsführung der Landesforstanstalt dar.“

Stephan Loboda

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