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V. l.: Thomas Meyer, Fachbereichsleiter Service/Parts, Werner Stiebjahn, Referent Forsttechnik und der Technik-Geschäftsführer Martin Bauknecht von der ZG Raiffeisen Technik GmbH

Silberner Meisterbrief für Werner Stiebjahn

1978 begann Werner Stiebjahn seine Ausbildung zum Forstwirt bei der Stadt Titisee-Neustadt, 1993 bestand er die Meisterprüfung. Seit 2007 ist Stiebjahn als Forsttechnikreferent bei der ZG Raiffeisen Technik GmbH und bildet Kunden, Mitglieder und Mitarbeiter an der Motorsäge sowie in Holzernte-Techniken aus. Für 25 Jahre Forstwirtschaft gab es nun den Silbernen Meisterbrief von der Forstverwaltung ForstBW.

In diesen 12 Jahren hat er nicht weniger als 867 Motorsägen-Lehrgänge gegeben, auf denen er rund 7.700 Kursteilnehmern den sicheren Umgang mit dem Gerät beigebracht hat. Zwischen 70 bis 100 Lehrgänge gibt er im Jahr. Nur zweimal hat er einen Kurs absagen müssen, einmal, als bei minus 17 Grad Celsius die Geräte streikten, ein anderes Mal, als Orkan „Kyrill“ übers Land tobte.

„Viele Teilnehmer schwärmen noch heute von seinen Kursen“, sagte Technik-Geschäftsführer Martin Bauknecht, den immer wieder entsprechende Rückmeldungen erreichen, im Rahmen einer kleinen Übergabe-Feier am 12. Februar. „Wir sind froh, dass wir Werner Stiebjahn und sein Fachwissen haben, denn viele unserer Kunden sind im Wald unterwegs, für sie ist der sichere Umgang mit unserer Forsttechnik lebenswichtig.“ Als Anerkennung des Geschäftsbereichs überreichte Bauknecht dem „Wald-Meister“ der ZG Raiffeisen Technik GmbH eine Flasche Whisky, natürlich aus dem Schwarzwald.

„Die 1.000 mach ich noch voll“

Werner Stiebjahn bedankte sich herzlich bei allen Technik-Mitarbeitern für die Unterstützung, ohne die er diese Tätigkeit nicht machen könnte, vor allem bei den vielen Kurs-Formalitäten, für die dem Referenten oft nur wenig Zeit blieben. Neben seinen beruflichen Verpflichtungen engagierte sich der 57-jährige aus Bad Dürrheim außerdem im Meisterprüfungsausschuss sowie als ehrenamtlicher Richter in Freiburg und Villingen-Schwenningen. Angesprochen auf die ungerade Kursanzahl meinte Stiebjahn: „Die 1.000 mach ich auf jeden Fall noch voll, dann sehen wir weiter.“

„Der Wald verzeiht keine Fehler“

Nicht umsonst schreibt der Gesetzgeber für den Betrieb von Motorsägen den Erwerb eines Schulungsnachweises vor. Denn nicht nur das Werkzeug ist gefährlich, sondern auch das Holz. Wer im Wald arbeitet, sollte grundsätzlich wissen, was er tut. Ein falscher Schritt, eine Unachtsamkeit oder eine unfachmännisch ausgeführte Fäll-Technik – der Wald verzeiht keine Fehler. Immer wieder kommt es bei Forstarbeiten zu Unfällen mit schweren, wenn nicht gar tödlichen Verletzungen.

Stiebjahn selbst ist in 40 Jahren Forstwirtschaft unfallfrei geblieben, und seine Schüler ebenfalls. Legendär ist die zerfetzte Schnittschutzhose, die einem seiner Schüler das Bein und vielleicht sogar das Leben gerettet hat, und die er in seinen Kursen stets dabeihat, um allzu abenteuerlustige Gemüter gleich wieder auf den Boden der Tatsachen zu holen. Denn der Fall ist typisch für die Gefahren der Forstarbeit: „Eigentlich hat er alles richtig gemacht, so wie wir es geübt haben. Aber dann ist er gestolpert, und schon war’s passiert“, schilderte Stiebjahn den Vorfall. „Waldböden sind tückisch.“ Der gestolperte Teilnehmer kam mit einem Hämatom am Bein davon.

Die silbernen Meisterbriefe wurden 2018 von Landesforstpräsident Max Reger am Forstlichen Bildungszentrum Königsbronn verliehen, leider ohne Werner Stiebjahn. Er bekam seine Urkunde mit der Post zugeschickt.

Jens Kreutzfeldt/ZG Raiffeisen eG

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