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Ausgewachsene Wildkatze im Hochstift auf einem Holzstapel. Foto: Jan Preller/Wald und Holz NRW

Seltene Wildkatzen fühlen sich wieder wohl in Nordrhein-Westfalen

Der internationale Katzentag, jedes Jahr am 8. August, wurde von der International Fund for Animal Welfare ausgerufen und wird in Deutschland von der TierTafel ausgerichtet. Das Anliegen der Aktion ist es, das Bewusstsein für die Bedürfnisse der Katze zu schärfen. Im Fokus dieses Aktionstages stehen die Stubentiger.
Die Försterinnen und Förster des Landes NRW meinen allerdings, dass die Wildkatze unbedingt etwas von der Aufmerksamkeit des internationalen Katzentages abbekommen soll.
Immerhin ist sie eines unserer seltensten Wildtiere und das Symboltier für Nordrhein-Westfalens Nationalpark. „Der Nationalpark Eifel bietet beste Lebensbedingungen für Wildkatzen und beherbergt rund 50 Exemplare“, sagt Michael Lammertz vom Nationalparkforstamt Eifel von Wald und Holz NRW. „Mehr geht auch kaum, denn anders als Hauskatzen beanspruchen Wildkatzen riesige Reviere, in denen sie keine Artgenossen dulden“, so der Forstdirektor.
Wildkatzen sind übrigens nicht die Vorfahren unserer Hauskatzen. Deren genetischer Stammbaum führt zur ägyptischen Falbkatze. Wildkatzen sind größer und kräftiger als Hauskatzen. Eine männliche Wildkatze, auch Kuder genannt, wird bis zu 8 kg schwer. Der auffälligste Unterschied ist aber ihr komplett anderes Verhalten. Wildkatzen sind extrem scheu und mögen keinen Kontakt zum Menschen. „Niemals würde eine Wildkatze kuscheln und schnurren – im Gegenteil, wer ihr zu nahe kommt muss damit rechnen dass er ihre Krallen zu spüren bekommt“, sagt Wildkatzenexpertin Friederike Wolff.
Selbst Förster, die viel in ihren Wäldern unterwegs sind, bekommen nur äußerst selten eine Wildkatze zu sehen. Mehr Glück hatte ein Förster aus dem Forstamt Hochstift bei Paderborn. Mit einer automatischen Wildtierkamera konnte er festhalten, wie eine Wildkatzenmutter mit ihren Jungen ausgelassen in der Abendsonne spielt. Die Aufnahmen entstanden bei der Erforschung der heimischen Wildkatzenbestände. Das aktuell aufgenommene Video ist auf Youtube zu sehen und zeigt, dass die jungen Katzen, die in diesem Frühjahr geboren wurden, schon ziemlich groß, kräftig und gesund sind. Die Wildkatzen profitieren von dem guten Mäusejahr. Förster von Wald und Holz NRW beobachten die Entwicklung der bedrohten Tierart kontinuierlich, um zu kontrollieren ob die engagierte Naturschutzarbeit im Wald Früchte trägt.
Wildkatzen sind anspruchsvoll. Sie brauchen große, ruhige und alte Wälder. Sie sind streng geschützt und dürfen nicht gejagt werden. Die größte Gefahr ist der Straßenverkehr. Fast unweigerlich müssen Wildkatzen auf ihren Streifzügen durch ihre großen Reviere Straßen überqueren – jedes Jahr endet das für dutzende Wildkatzen tödlich. Wildbrücken können helfen, die seltenen Tiere vor dem Unfalltod zu bewahren.
 

Zum Wildkatzen-Video der Wildkamera von Wald und Holz NRW

 

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Kleine Jungkatze in der Aufzuchtstation ?Essenthoer Mühle?. Foto: Jan Preller/Wald und Holz NRW Ausgewachsene Wildkatze im Hochstift auf einem Holzstapel. Foto: Jan Preller/Wald und Holz NRW

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