WaldÖkologie

Seltene Fledermausarten bestätigt

Bearbeitet von Mirjam Kronschnabl-Ritz

Im Roggenburger Forst der Bayerischen Staatsforsten im östlichen Landkreis Neu-Ulm in Schwaben wurde mithilfe von „FledermausDetektoren“ einige seltene Fledermausarten bestätigt. Unter ihnen, die auf der Roten Liste stehende, Mopsfledermaus.

Wenn Fledermäuse rufen, dann hört ein Mensch sie eigentlich nicht. Es sei denn, man benutzt einen sogenannten „Fledermaus-Detektor“ – einen Verstärker für die hochfrequenten Rufe der verschiedenen Fledermausarten. Die Rufe stoßen Fledermäuse bei ihren nächtlichen Jagdflügen aus, um Beutetiere wie Schmetterlinge, Käfer und Insekten zu orten.

Hohe Aktivität in Gewässernähe

Jede Fledermausart hat einen eigenen, charakteristischen Ruf, an dem Fachleute sie erkennen können. Wahrnehmen kann das menschliche Ohr diese Rufe nur mit dem Detektor, wie Sara Egger weiß, die für ein Lehramtsstudium in Biologie und Chemie an der Universität Ulm eingeschrieben ist. Sie hat im Rahmen einer Studienarbeit im ausgedehnten Staatswaldgebiet „Roggenburger Forst“ Fledermausvorkommen untersucht und ist zu spannenden Ergebnissen gekommen: „Wir haben vor allem in Gewässernähe eine hohe Aktivität von vielen verschiedenen Arten von Fledermäusen festgestellt. Ein Highlight für mich ist die mehrfache Bestätigung der Mopsfledermaus, die auf der Roten Liste steht,“ verrät die Forscherin.

Vorkommen bestätigt hohe Lebensraumqualität

Fachlich unterstützt wurde Sara Egger bei der Konzeption der Arbeit und der Feldaufnahmen von der Biologin Anna Vogeler vom Fledermausschutz Neu-Ulm, die sich ebenfalls von der Vielfalt und Häufigkeit der Fledermausarten im Staatswald begeistert zeigt: „Dass die Lebensraumqualität in diesem Staatswaldgebiet wirklich gut ist, zeigt der mehrfach bestätigte Kleine Abendsegler: Das ist eine hochspezialisierte Fledermausart in alten Laubwäldern, die bisher südlich der Donau nur aus Einzelfunden bekannt war.“

„Wir sind auf dem richtigen Weg“

Erfreut über diese Ergebnisse zeigt sich auch Martin Eggert, der Leiter des Forstbetriebs Weißenhorn: „Seit Jahren arbeiten wir bei den Bayerischen Staatsforsten aktiv für den Artenschutz und erhalten gezielt Biotopbäume mit Höhlen, Rissen oder etwa Spaltenquartieren in der Baumrinde: Schließlich sind hier oft Fledermäuse zu Hause, die wir schützen wollen. Die positiven Ergebnisse der Fledermaus-Studie zeigen, dass wir bei Waldpflege und Waldnaturschutz auf dem richtigen Weg sind.“

Erhalt und Pflege im Fokus

Laut Eggert setzen die Mitarbeitenden des Forstbetriebs seit vielen Jahren konsequent ein maßgeschneidertes Waldnaturschutzkonzept um, das ganz verschiedene Lebensräume und Arten im Fokus hat. Wichtig ist dabei neben dem Erhalt von Biotopbäumen auch die Pflege und der Erhalt vielfältiger Gewässer und Feuchtbiotope im Staatswald: Diese werden für den Artenschutz regelmäßig von übermäßigem Bewuchs durch Sträucher und Bäume freigestellt. „Die neue Studie der Uni Ulm zeigt darüber hinaus, wie hoch die Bedeutung auch für ganz unterschiedliche, zum Teil sehr seltene Fledermausarten ist, die in Gewässernähe den Reichtum an Insekten für ihre nächtlichen Jagdflüge nutzen.“

Stetig weiterentwickeln und aktualisieren

Damit sich die Fledermäuse auch zukünftig wohl im Staatswald fühlen, sollen die Pflege- und Schutzmaßnahmen des Forstbetriebs weiter verstärkt werden. Die neuen Erkenntnisse aus der Forschung sind für die Bayerischen Staatsforsten sehr wertvoll, da die Forstleute aktuell das seit Jahren bestehende Naturschutzkonzept des Forstbetriebs Weißenhorn weiterentwickeln und aktualisieren. Forstbetriebsleiter Eggert möchte die erfreulichen Ergebnisse der durchgeführten Studie dabei natürlich einfließen lassen.

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Quelle: BaySF