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Klimaschutz  statt  Nutzungsverzicht

Klimaschutz statt Nutzungsverzicht

Die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) Landesverband Nordrhein-Westfalen wehrt sich gegen umfassende Flächenstilllegungen im Staatswald NRW. Unter der Überschrift „Wildnisgebiete“ sollen im NRW-Staatswald ein Großteil der über 120jährigen Buchenbestände aus der Bewirtschaftung genommen werden. Ein „Urwald von morgen“ erscheint unter Naturschutzaspekten auf den ersten Blick – gerade im ausgehenden internationalen Jahr der Biodiversität – auch durchaus sinnvoll zu sein. Außerdem ist das weltweite Verbreitungsgebiet der Buche auf Mitteleuropa konzentriert und in NRW trifft sie optimale Bedingungen an, weshalb uns eine besondere Verantwortung für den Erhalt dieser Buchenwälder zukommt. Der beste Garant hierfür ist aber nicht, diese Waldbestände sich selbst zu überlassen, sondern sie weiterhin kontinuierlich zu bewirtschaften. Gerade unsere Buchenbestände werden ausgesprochen naturnah bewirtschaftet und im Alter ab 120 Jahren befinden sie sich in der Phase der natürlichen Verjüngung. „Wir werden unserer globalen Verantwortung für das Naturerbe Buchenwald überhaupt  nicht gerecht, wenn wir diese Altbestände jetzt großflächig aus der Nutzung nehmen“ kommentierte die SDW-Landesvorsitzende Marie-Luise Fasse die geplanten Flächenstilllegungen im Staatswald.
 
Im Koalitionsvertrag der NRW-Landesregierung wird dem Klimaschutz zu recht ein herausragender Stellenwert beigemessen.  Klimapolitisch ist ein großflächiger Nutzungsverzicht – neben den „Wildnisgebieten“ wird auch ein Nationalpark Senne angestrebt – jedoch mehr als fragwürdig, denn einerseits wird global immer mehr Wald vernichtet und andererseits ist es Fakt, dass nur ein bewirtschafteter Wald seine Wirkung als CO2-Senke entfalten kann. „Wir können doch nicht auf der einen Seite die ökologische Bedeutung des nachwachsenden Rohstoffes Holz propagieren, eine verstärkte Verwendung regenerativer Energien fordern oder Holzeinfuhren aus fragwürdiger Herkunft beklagen und auf der anderen Seite unsere Möglichkeiten einer naturverträglichen Holzproduktion und auch Nutzung immer mehr einschränken“ weist die SDW-Vorsitzende auf die Widersprüchlichkeit dieser Bestrebungen hin.
 
Prozessschutzflächen im Wald haben nach Auffassung der SDW absolut ihre Berechtigung. Im dichtbesiedelten Nordrhein-Westfalen gibt es diese bereits heute sowohl großflächig im Buchen-Nationalpark Eifel, als auch in Form eines Netzwerkes im Naturwaldzellenprogramm des Landes. Gerade bei den Naturwaldzellen gibt es durchaus Nachhol- und Handlungsbedarf,  denn etwa die Hälfte der 75 NRW-Naturwaldzellen sind mit einer Größe von 11 bis 20 Hektar flächenmäßig viel zu klein. „Ökologisch intakte Wälder mit hoher Biodiversität werden durch eine naturnahe Waldbewirtschaftung mit standortgerechten Mischbeständen am besten gewährleistet“ stellt Fasse zudem grundsätzlich klar.
SDW NRW

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