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Ist wirksamer Bikhuhnschutz bei gleichzeitigem Walderhalt möglich?

SDW Sachsen: Artenschutz darf Walderhalt nicht gefährden

Die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, Landesverband Sachsen e. V. (SDW), hält eine grenzübergreifende Zusammenarbeit beim Artenhilfsprogramm für das Birkhuhn bei gleichzeitigem Walderhalt für unabdingbar.

Mit großer Sorge verfolgt die SDW die Bemühungen der sächsischen Naturschützer zum Erhalt des Birkwildes. Medienberichten zufolge sollen hier 730 ha Wald auf sächsischer Seite unmittelbar für den Birkhuhnschutz vom Staatsbetrieb Sachsenforst zur Verfügung gestellt und 1.000 ha Wald birkhuhnfreundlich gestaltet werden.

„Gutgemeinter, aber wirkungsfreier Aktionismus“

Diese Initiativen seien grundsätzlich positiv, aber ohne Einbindung und Abstimmungen mit dem Land Tschechien gut gemeinter, aber wirkungsfreier Aktionismus, so die Aussage des Verbandes. Birkhühner kennen keine Ländergrenzen. Die 350 Birkhühner, deren Vorkommen auf tschechischer Seite in der Kammregion gemäß der sächsischen Naturschützer erwiesen seien, brauchen grenzübergreifende Flugkorridore und übergreifende Schutzkonzepte. Es müsse also, so der Verband weiter, eine gemeinsame Flächenkonzeption der betroffenen Waldgebiete in Sachsen und Tschechien erfolgen, soll der Birkhuhnschutz gelingen.

Sollten die obengenannten Flächengrößen alleine auf sächsischer Seite umgesetzt werden, würde das bedeuten, dass auf großen Teilen der Fläche ein dauerhafter Waldflächenverlust stattfindet. Dies sieht die SDW, im Besonderen vor dem Hintergrund der Fragwürdigkeit der singulären Birkhuhnaktionen auf sächsischer Seite, unter Abwägung der ökologischen Vor- und Nachteile äußerst kritisch. Gerade jetzt sei jeder Hektar Wald wichtiger denn je, um gegen den Klimawandel vorzugehen, betont der Landesvorstand der SDW. Dies wird mit der Aufforstungsstudie der ETH Zürich untermauert.

Ebenfalls widerspricht dieses Handeln laut SDW der Waldstrategie 2050 des Freistaates Sachsen sowie dem Landesentwicklungsplan. Hier ist das wichtige Ziel, die Waldfläche auf 30 % der Landesfläche des Freistaates Sachsen zu mehren, festgelegt. Aus diesem Grund ist ein dauerhafter Waldflächenverlust für die SDW bei aller Sympathie für die Birkhühner inakzeptabel.

Wie ist ihre Meinung dazu? (info@sdw-sachsen.de)

Hintergrund

Der Landesverband Sachsen der SDW wurde am 1. November 1990 gegründet. Die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald ist eine unabhängige, nichtstaatliche und überwiegend auf ehrenamtliche Tätigkeit gestützte Organisation. Der Schwerpunkt ihrer Aufgaben liegt in einer objektiven, sachlichen und umfassenden Öffentlichkeitsarbeit. Die Schutzgemeinschaft hat es sich auch in Sachsen zur Aufgabe gemacht, den Wald und seine vielfältigen Funktionen zu schützen, zu vermehren und für die kommenden Generationen zu erhalten.

Red./Quelle: SDW Sachsen

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