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SDW zum Hessischen Waldzustandsbericht 2012

SDW zum Hessischen Waldzustandsbericht 2012

Die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) Landesverband Hessen e.V. warnt in Reaktion auf die Vorstellung des Waldzustandesberichtes 2012 vor einer zu positiver Einschätzung des Waldzustandes in Hessen. „Eine leichte Verbesserung des Waldzustandes ist noch keine Trendwende!“ mit diesen Worten kommentiert der Landesgeschäftsführer der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald in Hessen Christoph von Eisenhart Rothe die Ergebnisse des Waldzustandesberichtes 2012. Nach einer deutlichen Verschlechterung der Waldgesundheit im Jahr 2011 geht es dem Wald vor allem wegen des feuchten und regenreichen Sommers und der fehlenden Fruktifizierung (Fruchtbildung) der Buchen besser. „Eine wirkliche Erholung des Waldzustandes ist das aber nicht!“.
Probleme vor allem im Rhein-Main-Gebiet

Große Probleme wegen der enormen Waldschäden sehen die ehrenamtlichen Waldschützer der SDW im Rhein-Main-Gebiet. „Wir befürchten, dass es in absehbarer Zukunft in der Rhein-Main-Ebene keinen nennenswerten Wald mehr gibt!“ erklärt von Eisenhart. Hier liegen die Schäden seit vielen Jahren deutlich über dem Landesdurchschnitt. Ursachen sind neben der Veränderung der Grundwasserstände vor allem deutlich höhere Schadstoffeinträge und die Zerschneidung ursprünglich großer zusammenhängender Waldgebiete durch Strassen, Bahntrassen, Siedlungen und den Frankfurter Flughafen. Der Runde Tisch zum Riedwald kann nach Auffassung der SDW nur ein Baustein sein um den Wald zu retten denn die Probleme sind vielfältiger. Die SDW kritisiert, dass von den beiden ehrenamtlichen Naturschutzvertretern in diesem Gremium kein forstlicher Sachverstand eingebracht wird. Die SDW fordert die Aufstellung eines Masterplans zur Sanierung der Waldbestände zwischen Frankfurt und Mannheim und die Bereitstellung ausreichender Finanzmittel zur Rettung der südhessischen Wälder.

Auf Unverständnis stößt bei der SDW auch die Kürzung der forstlichen Förderung. Diese Gelder werden benötigt, um artenreiche und stabile Waldbestände zu begründen und zusätzliche Waldflächen aufzuforsten. „Wenn wir dem Waldbesitzer diese Finanzspritzen nicht zugestehen, werden sie wieder mehr sturmanfällige Nadelholzmonokulturen pflanzen. Dies widerspricht absolut den internationalen und auch von Deutschland unterzeichneten Zielen der Biodiversität und des Klimaschutzes“ äußert der SDW-Vertreter. „Artenreiche Wälder erreichen wir nur durch baumartenreiche Waldbestände und das ist von öffentlichem Interesse“. Das Land hat durch sogenannte Verpflichtungsermächtigungen aus vorangegangenen Jahren für 2013 voraussichtlich kaum noch Fördergelder für solche Projekte zur Verfügung.

 

SDW Lv Hessen

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