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SDW Hessen zum Waldzustandsbericht 2016

Der von Staatssekretärin Dr. Beatrix Tappeser vorgestellte Waldzustandsbericht stößt bei der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) in Hessen auf Widerworte. So interpretiert die Naturschutzvereinigung die Zahlen deutlich negativer als die hessische Landesregierung und fordert aktives Handeln ein.

„Der Waldzustand bewegt sich seit Jahren auf einem sehr hohen, schlechten Niveau. Dem Wald geht es richtig schlecht!“, so SDW-Landesvorsitzender Bernhard Klug zur Veröffentlichung in Wiesbaden. „Der Wald leidet immer stärker unter der Klimaerwärmung, den damit verbundenen extrem heißen Sommern wie 2015 und dem Spätsommer 2016. Selbst die sehr reichlichen und überdurchschnittlichen Frühsommerniederschläge in diesem Jahr haben nicht geholfen. Die Werte der Kronenverlichtung verbessern sich nicht. Das ist alarmierend! Ein sich verstärkender Klimawandel wird den Wald an seine Existenzgrenzen bringen.“
Besonders leiden die Wälder bei immer häufiger werdenden Trockenereignissen auf den Standorten, die für sie von Natur aus schwieriger sind. Dies sind die Wälder der Rhein-Main-Ebene und dem Hessischen Ried. Auch in 2016 sind daher hier die Werte der Waldzustandserhebung deutlich über dem Landesdurchschnitt. „Doch es ist falsch diese Schäden in erster Linie auf den Klimawandel zu schieben“, meint Bernhard Klug. Neben der Zerschneidung und Verinselung der Wälder ist es vor allem die viel zu starke Wassergewinnung und die damit verbundene Absenkung des Grundwasserspiegels die in allererster Linie Ursache der Waldschäden und des flächigen Waldsterbens auf rund 10.000 Hektar im Hessischen Ried sind. Die SDW fordert daher Staatssekretärin Dr. Tappeser unmissverständlich auf, alle Wasserrechtsverfahren auszusetzen, bis der von ihr angestoßene Leitbildprozess für das Integrierte Wasserressourcen-Management Rhein-Main abgeschlossen ist. Nach Auffassung der SDW und anderer Naturschutzvereinigungen kann es nicht sein, dass wasserrechtliche Genehmigungen erteilt werden, die dann über Jahrzehnte gelten und sich nicht an dem im kommenden Jahr fertiggestellten Leitbild orientieren.
Wir brauchen mehr Wasser im Wald und einen deutlich sparsameren Umgang mit Wasser, fordert die SDW. Im Ried sollte nur so viel Wasser gewonnen werden wie durch die Infiltration (künstliche Versickerung von aufbereitetem Wasser im Wald) dem Wald zugeführt wird. Zudem braucht das Leitungsnetz eine umfassende Revision, denn alleine in Frankfurt/a. Main versickert mehr Wasser durch Leckagen als im Vogelsberg für das gesamte Rhein-Main-Gebiet zur Verfügung gestellt wird.
 

Zum Thema: forstpraxis.de-Meldung

 
SDW Landesverband Hessen

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