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SDW begrüßt Verzicht auf Maikäferbekämpfung

SDW begrüßt Verzicht auf Maikäferbekämpfung

Die Entscheidung der hessischen Umweltministerin Lucia Puttrich vom 18. Janaur 2012 auf die Bekämpfung des Maikäfers im Main-Kinzig-Kreis zu verzichten ist aus Sicht der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) ein nachvollziehbarer und richtiger Weg. „Die Bekämpfung hätte auf Grund der unterschiedlichen Eigentümer und einem weitmaschigen Netz an Schutzgebieten – in denen keine Bekämpfung möglich gewesen wäre – nur auf einer Teilfläche des befallenen Waldes stattfinden können und wäre daher vermutlich nur von geringer Wirkung gewesen“, ist Gerd Mehler, Landesvorsitzender der SDW der Ansicht. Nicht nur der finanzielle und organisatorische Aufwand – verbunden mit der großen Verunsicherung in der Bevölkerung – sind aus Sicht des Naturschutzverbandes weitere Gründe. Auch die mögliche Beeinträchtigung anderer Tierarten (vor allem Insekten und Vögel) hätten für einen Verzicht der Bekämpfung gesprochen.
Die SDW hält damit aber das Thema noch lange nicht für erledigt. „Es müssen im Bereich des Forstamtes Hanau-Wolfgang aber auch im hessischen Ried endlich ganzheitliche Wege gegangen werden, um den Wäldern zu helfen“, führt Mehler aus. „Wir diskutieren das Thema seit mehr als einem Jahrzehnt, aber kein Politiker traute sich bisher den großen Schritt, was vermutlich auch an den nötigen Finanzmitteln liegt“, kritisiert Mehler die zögerliche Haltung der Landespolitik. „Es zeigt sich zwar kein Königsweg auf, aber gar nichts zu tun kann auch nicht richtig sein“.
Die Wälder im hessischen Ried sind auf einer Fläche von mindestens 10.000 Hektar durch sich im Boden entwickelnde und die Baumwurzeln zerstörende Maikäferengerlinge bedroht. Große Flächen sind bereits abgestorben. Es handelt sich dabei aber um einen anderen Maikäfer-Stamm als den Stamm bei Hanau-Wolfgang. Die letzte große Maikäferkalamität im Hessischen Ried war im Jahr 2010. Auch die damalige Umweltministerin Silke Lautenschläger entschied sich gegen eine Bekämpfung des Maikäfers mit dem Wirkstoff Dimethoat. Das damals versprochene Gutachten zur Stabilisierung der dortigen Waldbestände liegt leider immer noch nicht vor, was von Seiten der SDW wiederholt kritisiert wurde.
SDW LV Hessen

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