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Ein Roboter im Wald

Seit knapp einem Jahr ist bei Youtube ein bizarres Animationsvideo zu sehen. An einem bewaldeten Hang schwingen sich Maschinen von Baum zu Baum bergauf, die oberste beginnt wie ein Harvester Bäume zu fällen und reicht die Stämme zu den nächsten Maschinen weiter: Roboter, die automatisch den Wald roden. Klingt nach Science Fiction, soll aber Realität werden.

Idee aus Neuseeland

Die maßgebliche Idee für das Gerät hatte Dr. Richard Parker, Wissenschaftler beim New Zealand Forest Research Institute Limited (kurz: Scion). „Ich habe 1984 und 1985 als Holzfäller gearbeitet, und seither denke ich über dieses Konzept nach“, berichtet Parker. Sein Ansatz seien Roboter, die sich wie Affen von Baum zu Baum schwingen sollten. Parker will die Waldarbeit sicherer machen. „Immer noch sterben Menschen bei der Holzernte“, so Parker. Er selbst sei einmal verletzt worden, als ein abgebrochener Gipfel ihn traf.

Der Roboter hat an jedem Ende einen Greifer, mit dessen Hilfe er sich am Stamm festhält. Hat der zweite Greifer den nächsten Baum gepackt, kann der erste wieder loslassen, das ganze Gerät schwingt sich dann einen Baum weiter. In die Greifer könnten wiederum Werkzeuge zum Sägen, Messen oder Entasten integriert werden.

Einsatzbereich Steilgelände

Scion hat vor allem steiles Gelände im Blick, denn je unwegsamer das Gelände, desto gefährlicher ist die Waldarbeit. Den Roboter könnte ein Arbeiter aus sicherer Entfernung steuern.

Parker möchte sogar noch einen Schritt weitergehen: „Unsere Vision ist eine autonome Maschine, die im Wald arbeitet, zum Aufladen an ihre Basis zurückkehrt, und dann wieder loszieht.“ Hinzu kommt der Bodenschutz: Eine Maschine, die den Boden nicht berührt, verursacht auch keine Schäden durch Verdichtung, auch und gerade in Hanglagen.

Für Kahlschläge

Bis dahin müssen die Forscher aber noch Probleme lösen: Wenn eine mehrere Zentner schwere Maschine sich an einem Baum festklammert, um mehrere Meter entfernt einen weiteren Baum zu greifen, abzusägen und für die weitere Verarbeitung hochzuheben, wirken auf den „haltenden“ Baum große Kräfte ein. Schon im Video eines kleinen Prototyps sind Abdrücke in der Rinde zu erkennen.

Das wäre freilich in Neuseeland zu vernachlässigen, wo Kahlschläge verbreitet sind. Dies sei die übliche Erntemethode für die schnellwachsende Monterrey-Kiefer, bestätigt Parker.

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Den vollständigen Text finden Sie in der Forst & Technik 7/2019.

Jens Eber

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