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Schwierige Holz-Verhandlungen in Baden-Württemberg erwartet

Viele Lieferverträge von Nadelstammholz laufen zur Jahresmitte aus, entsprechend stehen für die kommenden Wochen Verhandlungen an. Es wird erwartet, dass die Säger früher in die Verhandlungen einsteigen wollen als die Forstbetriebe. Einige Waldbesitzer gehen davon aus, dass die Mengennachfrage nach Nadelstammholz im Sommer steigen, die Angebotsmenge im Vergleich dazu jedoch eher knapp sein wird. Ob die Säger entsprechende Preisgestaltungen akzeptieren wollen oder können, ist allerdings fraglich.
Den Anbietern von Rundholz kommt insofern eine hohe Verantwortung – auch für die wirtschaftliche Existenz ihrer Abnehmer – zu. Die Rundholzverkäufer der großen privaten und körperschaftlichen Forstbetriebe im Land scheinen die Sorgen ihrer Hauptkundengruppe gut zu kennen und in ihre strategischen Überlegungen einzubeziehen.
Vergleichsweise übersichtlich und einfach stellt sich dagegen der Absatzmarkt für Buchenstammholz dar. Da die laufenden Verträge mit einem maßgeblichen Kunden bis zum Jahresende 2012 reichen, sind aktuell keine Preisveränderungen zu erwarten. Preis- und Mengenschwankungen ergeben sich voraussichtlich nur aus den üblichen saisonalen Effekten des Laubholzgeschäfts.
Diffiziler ist die Darstellung und Bewertung der Märkte von Industrieholz. Tendenziell ist durch die Werksschließung wichtiger Abnehmer der Papier- und der Spanplattenindustrie
im Land mit einer Reduktion der Nachfragemenge und einer entsprechenden Preisgestaltung zu rechnen. Noch ist der zu erwartende Effekt nicht eingetreten. Die Forstbetriebe bemühen sich aktiv und offenbar recht erfolgreich um alternative Abnehmer. Die gute Nachfrage nach Brennholz, sowohl privater Haushalte als auch industrieller Energieerzeuger, ist dabei ein wichtiges Mengenventil. Da die Preise der Sortimente zuletzt sehr dicht beieinander lagen, dürfte dies für die Forstbetriebe ohne größere wirtschaftliche Konsequenzen bleiben. Die Holzeinschlagsstatistik belegt eindrücklich die Mengenbedeutung des Energieholzes, das zumindest in Baden-Württemberg bei der Buche inzwischen annähernd die Hälfte der Einschlagsmenge einnimmt.
Holz Journal/FOKA B-W

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