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Schweizer Waldbericht 2015

Schweizer Waldbericht 2015

Die Entwicklungen im Schweizer Wald werden alle zehn Jahre zusammengefasst und bewertet. Den daraus resultierenden Waldbericht 2015 haben das Bundesamt für Umwelt BAFU und die Eidgenössische Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL Ende August veröffentlicht.
Der neue Waldbericht zeigt: Seit dem letzten Bericht haben keine außergewöhnlichen Naturereignisse, insbesondere große Stürme, den Wald beeinträchtigt. Die Kronenverlichtung hat sich stabilisiert. Der Wald wird aber auch durch Waldbrand, Borkenkäferbefall oder neue Pilzkrankheiten wie die Eschenwelke, die Rotbandkrankheit der Föhre oder durch den Asiatischen Laubholzbockkäfer beeinflusst. Zudem nimmt die Einwirkung von invasiven gebietsfremden Pflanzen zu, wie beispielweise die Ausbreitung des Götterbaums zeigt.
Die Schutzwirkung des Waldes für das Grundwasser und vor Naturgefahren wie Lawinen, Steinschlag oder Murgängen hat sich seit 2005 verbessert, indem die Wälder dichter geworden sind. Nach wie vor fehlt es aber in einzelnen Gebieten an Verjüngung, und die Verbissschäden an jungen Bäumen durch Hirsche und Rehe haben insgesamt zugenommen.
Während die Biodiversität in anderen Lebensräumen stärker unter Druck ist, hat sie sich im Wald in den letzten zehn Jahren verbessert. Viel dazu beigetragen hat die naturnahe Waldbewirtschaftung: Heute entstehen 90 % der Waldverjüngung natürlich, nur 10 % werden gepflanzt. Der Wald hat einen höheren Anteil an Laubhölzern als 2005 und insgesamt hat die Arten- und Strukturvielfalt zugenommen. In den letzten zehn Jahren wurde bereits die Hälfte der bis 2030 geplanten Waldreservate eingerichtet. Die Ziele im Bereich Waldbiodiversität sind aber noch nicht erreicht. Im Mittelland sind Wälder mit alten Bäumen, ausreichend Totholz sowie lichte Wälder und Auenwaldgebiete noch selten.
Unverändert schwierig präsentiert sich die ökonomische Lage der Forstbetriebe. Bei einer ungefähr gleichbleibenden Holzernte während der letzten zehn Jahre konnten die Kosten der Waldbewirtschaftung nicht in gleichem Maß gesenkt werden, wie sich die Holzerlöse verringerten. Neben einer Verbesserung der Marktbedingungen stehen weitere Massnahmen zur Kostensenkung und Erschliessung zusätzlicher Einnahmequellen im Vordergrund.
Der Wald steht vor großen Herausforderungen
Für die Zukunft zeichnen sich große Herausforderungen für den Wald ab. Aufgrund des Klimawandels dürften trockene Perioden künftig häufiger eintreten. Anpassungsmaßnahmen sind nötig, z.B. durch eine gezielte Verjüngung von Schutzwäldern und die Verteilung der Risiken auf eine größere Baumartenpalette. Das Forschungsprogramm „Wald und Klimawandel“ von BAFU und WSL, das 2017 abgeschlossen werden soll, wird dazu Wissenslücken schließen und Grundlagen für Empfehlungen liefern.
Bereits heute nimmt die Bedrohung des Waldes durch eingeschleppte gefährliche Schadorganismen zu. Der globale Warenhandel führt dazu, dass Schädlinge über die Hauptverkehrswege in die Schweiz gelangen, wie z.B. der Asiatische Laubholzbockkäfer in Holzverpackungen von Waren aus Ostasien. Um die Einschleppung neuer Organismen zu verhindern, braucht es strengere Warenkontrollen und verbesserte Information von Importeuren und Händlern. Treten Befälle auf, müssen diese schnell bekämpft und eingedämmt werden.
Auch die Ansprüche der Gesellschaft an den Wald verändern sich. Die Freizeitnutzung nimmt vor allem in der Nähe der Städte, Agglomerationen und Tourismusgebiete zu. Deshalb gewinnt Sicherheit im Wald und bei der Waldbewirtschaftung an Bedeutung. Die Erfüllung der zunehmenden und teilweise gegensätzlichen Ansprüche an den Wald muss im Rahmen der Waldbewirtschaftung künftig noch konsequenter aufeinander abgestimmt werden. Gesprächsrunden zwischen Nutzern wie Reitern oder Bikern und den lokalen Forstdiensten bzw. Waldbesitzern können mithelfen, Lösungen zu finden.
Alle Akteure sind gefordert
Der Waldbericht 2015 bestätigt, dass die Strategien und Instrumente des Bundes (u.a. Waldpolitik 2020, Ergänzung des Waldgesetzes, Biodiversitätsstrategie, Ressourcenpolitik Holz) im Hinblick auf die großen Herausforderungen zielführend sind. Ebenso klar wird, dass es dafür weiterhin aktuelle und fundierte wissenschaftliche Entscheidungsgrundlagen eines effizienten Wald-Monitorings braucht, das modernste technische Instrumente anwendet.
Damit der Wald kommende Gefährdungen überstehen kann, sind Bund, Kantone, Waldbesitzer, Branche und Forschung gefordert. Die Waldbewirtschaftung mit ihren langen Produktionszeiten muss stabile und artenreiche Waldbestände mit vielfältigen Waldstrukturen sowie hochwertigem Holz verschiedener Baumarten bereitstellen. So wird die Basis dazu geschaffen, dass bei einem möglichen Ausfall einzelner Baumarten der verbleibende Bestand die Waldleistungen erbringen kann, welche zukünftige Generationen benötigen.
Der Schweizer Wald bedeckt knapp ein Drittel der Landesfläche und umfasst 1,31 Mio. ha. Er hat seit 1995 um 82.300 ha bzw. um 7 % zugenommen, insbesondere auf Flächen im Alpenraum, die nicht mehr landwirtschaftlich genutzt werden. Er erbringt wertvolle Leistungen für die Öffentlichkeit, liefert die erneuerbare und nachhaltig produzierbare Ressource Holz und ist zudem unverzichtbarer, naturnaher Lebensraum für viele Arten.
 

Zur Download- und Bestellmöglichkeit Waldbericht 2015

 
Bundesamt für Umwelt BAFU

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