Holzverkauf und Holzpreise

Schweizer Forstwirtschaft trotz höherer Holzpreise immer noch defizitär

Bearbeitet von Marc Kubatta-Große

Mit knapp 5 Mio. Fm wurden in der Schweiz 2021 insgesamt 4 % mehr Holz geerntet als im Vorjahr. Davon waren 2,5 Mio. Fm Stammholz – eine Zunahme von 6 %. Energieholz bestätigte seine wichtige Stellung in der Energieversorgung. Die Nachfrage nach Stückholz stieg wieder an und die höheren Holzpreise verringerten Defizite der Forstbetriebe.

Dies geht aus der Forststatistik des Bundesamtes für Statistik (BFS) sowie dem forstwirtschaftlichen Testbetriebsnetz des Bundesamtes für Umwelt (BAFU) hervor. Die Zunahme um 4 % auf knapp 5 Mio. Fm bedeutet die zweite Ertragssteigerung bei der Holzernte in Folge. Zuletzt war die Erntemenge in den Jahren 2018 und 2012 ähnlich hoch. In Hinblick auf die Versorgung ist das ein positives Signal aus der Forstwirtschaft.

Mehr Stammholz und Energieholz

Während die Menge an Sägerundholz, das mit 2,5 Mio. Fm knapp 50 % der gesamten Holzernte ausmacht, um 6 % zugenommen hat, ist die Menge an Energieholz um 2 % auf 2,0 Mio. Fm gestiegen. Mit rund 40 % ist Energieholz damit das zweitwichtigste Sortiment. Das Volumen an Industrieholz lag bei 0,5 Mio. Fm. Sein Anteil bleibt praktisch unverändert bei 10 %.

Nadelholz ist mit einem Anteil von 69 %mehr als doppelt so stark vertreten wie das Laubholz mit 31%. Fast zwei Drittel des Holzes stammen aus Wäldern in öffentlichem Eigentum, ein Drittel aus dem Privatwald. Dieses Verhältnis hat sich seit der Erhebung 2020 kaum verändert. Die Verteilung der Waldflächen in der Schweiz auf 71 % öffentlichen und 29 % privaten Grund ist fast identisch.

Energieholz wird immer wichtiger

Nicht immer war das Energieholz so wichtig wie heute. Noch vor 20 Jahren lag sein Anteil an der Gesamternte lediglich bei 20 %, hat sich also mittlerweile verdoppelt. Die stetige Zunahme ist vor allem auf einen höheren Bedarf nach Hackschnitzeln durch große Holzheizungen zurückzuführen, die in den vergangenen Jahren vermehrt installiert wurden.

Im Gegenzug ist der Stammholz-Anteil an der Holzernte gesunken. Noch vor 20 Jahren lag er bei 70 %. Der Anteil an Industrieholz blieb mit 10 % über die Jahre stabil und dies, obwohl die meisten Abnehmer die Produktion mittlerweile eingestellt haben. Hier hat es also offenbar eine Konzentration auf wenige verbliebene Abnehmer gegeben, die die Menge vollständig kompensiert haben.

Scheitholz 2021 wieder stärker nachgefragt

Seit Jahren gibt es in der Schweiz einen klaren Trend im Energieholz zu mehr Hackholz. Lag dessen Anteil 2004 noch bei 24 %, waren es 2021 bereits 63 %. Der Scheitholz-Anteil ist dagegen von ehemals 76 % auf 37 % gesunken.

Erstaunt stellten die Statistiker daher fest, dass das Gesamtvolumen an geerntetem Stückholz von 2020 auf 2021 um 5 %, dasjenige von Hackholz dagegen lediglich um 0,5 % gestiegen ist. Dies weise darauf hin, dass bei zunehmender Unsicherheit in der Energieversorgung Stückholzfeuerungen wie Holzöfen wieder vermehrt gefragt seien.

Forstwirtschaft immer noch defizitär

Die 656 Schweizer Forstbetriebe wiesen 2021 insgesamt Einnahmen von 583 Mio. CHF aus. Die Ausgaben hingegen betrugen 590 Mio. CHF, woraus eine Unterdeckung von rund 7 Mio. CHF resultiert. Immerhin: 2020 lag das Minus noch bei 44 Mio. CHF. Die gestiegenen Holzpreise haben das Minus schrumpfen lassen. Die hohe Nachfrage, so die Meinung von Fachleuten, habe die Preise soweit erhöht, dass sie 2021 zumindest „auf einem normalen Niveau“ lagen.

Verluste bei den Testbetrieben haben sich halbiert

Bei den Betrieben aus dem forstwirtschaftlichen Testbetriebsnetz der Schweiz (160 ausgewählte Forstbetriebe), welche eine Vollkostenrechnung führen, haben sich die Verluste gegenüber 2020 halbiert: In der Waldbewirtschaftung beliefen sich die Verluste im Jahr 2021 auf 33 CHF/ha. Im Vorjahr waren es noch 66 CHF/ha.

Bezogen auf den Kubikmeter eingeschlagenem Holz resultierte ein Verlust von 8 CHF/m3 (2020: -16 CHF/m3). Auch konnte der Verlust über den Gesamtbetrieb (Waldbewirtschaftung, Sachgüter und Dienstleistungen) von 59 CHF/ha auf 29 CHF/ha verringert werden.

Die halbierten Verluste sind auf einen um 8 Franken höheren durchschnittlichen Holzerlös von 69 CHF/m3 zurückzuführen. Beim Nadelstammholz stiegen die Preise um 13 Franken von 72 auf 85 CHF/m3.

Alle Daten zur Schweizer Forststatistik 2021 finden Sie hier.

Quelle: BFS