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Schweizer Verband der Waldeigentümer mit neuer Strategie

Schweizer Verband der Waldeigentümer mit neuer Strategie

WaldSchweiz, der Verband der Waldeigentümer, richtet sich neu aus. Dies wurde an der außerordentlichen Delegiertenversammlung vom 21. Februar 2017 in Solothurn mit einer neuen Verbandsstrategie beschlossen.

Die Rolle der Waldeigentümer wird zunehmend schwieriger: Während die Schweizer Forstwirtschaft darbt und vielerorts Defizite schreibt, wachsen die vielseitigen Ansprüche und Forderungen an den Wald laufend.
Neue Einnahmen sollen Forstbetriebe retten
In dieser Situation verfolgt der Verband künftig drei wichtige Leitmotive:
Erstens sollen die Eigentümerinteressen gestärkt werden. Viele Leute sehen den Wald als öffentliches Gut und sind sich nicht bewusst, dass jeder Wald einen Eigentümer mit Rechten und Pflichten hat.
Zweitens will der Verband, dass seine Mitglieder künftig ihre Waldleistungen konsequent vermarkten können. Weil die Holzernte vielerorts kaum noch rentabel ist, sind die Forstbetriebe auf zusätzliche Einnahmequellen für ihre erbrachten Leistungen oder die von der Gesellschaft geforderten Bewirtschaftungseinschränkungen angewiesen.
Drittens will sich der Verband thematisch noch weiter öffnen und künftig zu allen Themen rund um den Wald ein gewichtiges Wort mitreden. Oft werden nämlich die Waldeigentümer in den sie betreffenden Diskussionen überhaupt nicht oder zu spät einbezogen. Zum Zeichen der Öffnung wechselte der Verband bereits vor einem Jahr seinen Namen von „Waldwirtschaft Schweiz“ zu „WaldSchweiz“.
Waldeigentümer investieren ins Buchenholz
Auslöser für die außerordentliche Delegiertenversammlung von WaldSchweiz war ein Beschluss der Delegierten im Juni 2016, der die Unterstützung des Projekts der „Fagus Jura SA“ verlangte. Dessen geplanter Bau und die Marktentwicklung für Buchenbauholz soll von WaldSchweiz mit 600.000 Franken unterstützt werden. Das Unternehmen plant den Aufbau eines Werks zur Herstellung von Buchenleimholz-Elementen im jurassischen Les Breuleux. Eine klare Mehrheit stimmte nun dem vorgelegten Finanzierungsvorschlag des Zentralvorstandes zu, der eine Mischung aus Darlehen und A-fonds-perdu-Beiträgen an rund zehn interessierte Kantonalverbände vorsieht, welche diese Gelder ihrerseits der Fagus Jura zur Verfügung stellen werden. Das Geld wird den Reserven des Schweizer Selbsthilfefonds der Wald- und Holzwirtschaft (Vermögensteil „Wald“) entnommen.
Aus statutarischen und verbandspolitischen Gründen beteiligt sich der Dachverband selbst nicht an privaten Unternehmen, die operativ im Holzgeschäft tätig sind. Das wird auch in Zukunft so bleiben; eine Statutenänderung, welche die Schaffung eines Investitionsfonds zur Unterstützung künftiger, ähnlicher Projekte vorgesehen hätte, fand die notwendige Zweidrittelmehrheit nicht.
Entscheid mit Signalcharakter
Die Promotoren des geplanten Buchenholz-Betriebs hoffen nun, dass der getroffene Entscheid Signalcharakter hat und der Realisierung zum Durchbruch verhelfen wird. Denn noch ist die geplante Aktienkapitalerhöhung der Fagus Jura SA, für die 5 Millionen anvisiert werden, nicht sicher. Sie ist aber Voraussetzung, dass das Geld von WaldSchweiz auch tatsächlich fließt. Darüber hinaus müssen nun verschiedene involvierte Kantonalverbände ebenfalls Mitgliederversammlungen abhalten, damit die Investition getätigt werden kann.
Im geplanten Werk sollen verschiedene Buchenleimholz-Produkte wie Träger, Stützen oder Platten gefertigt werden, die das Potenzial haben könnten, im modernen Holzbau bei hochbeanspruchten Bauteilen mit schlanken Querschnitten eingesetzt zu werden. Zurzeit kann bestes Buchenholz in der Schweiz kaum rentabel verkauft werden, weil es zu wenig nachgefragt wird. Die Waldeigentümer hoffen nun, mit neuen Angeboten eine Trendwende einzuleiten.
WaldSchweiz ist der Verband der Schweizer Waldeigentümer – vorher Waldwirtschaft Schweiz. Er vertritt die Interessen der rund 250.000 privaten und öffentlichen Waldeigentümer. WaldSchweiz setzt sich für Rahmenbedingungen ein, welche es den Forstbetrieben erlauben, den Schweizer Wald ökonomisch und ökologisch nachhaltig zu bewirtschaften, sodass er jederzeit fit und vielfältig bleibt. 
WaldSchweiz

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