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Schweiz: Steigende Nachfrage nach Frischholz

Die Holzmarktkommission von WaldSchweiz und Holzindustrie Schweiz hat am 16. Januar getagt, dieses Jahr erstmals mit Vertretern der Fachgruppe Industrieholz und der Holzenergie. Der Schweizer Holzmarkt steht nach wie vor unter dem Einfluss des Käferholzes.

Die Holzindustrie ist weiterhin bereit, im Rahmen der Möglichkeiten Käferholz zu verarbeiten, vermeldet aber gleichzeitig steigenden Bedarf an frischem Nadelholz. Je nach Witterungsverlauf ist ab Frühling viel zusätzliches Käferholz zu erwarten. Laubholz wird gut nachgefragt. Beide Parteien setzen weiterhin auf Preisstabilität.

Die Sägeindustrie konnte in 2018 von der guten Baukonjunktur in Europa bzw. in der Schweiz profitieren und war praktisch das ganze Jahr über gut bis sehr gut ausgelastet. Dank der außerordentlich hohen Schnittholznachfrage konnte auch entsprechend viel Käferholz eingeschnitten werden und brachte die Werke an ihre Kapazitätsgrenzen. Die Waldbesitzer dagegen mussten wegen dem hohen Schadholzanteil teilweise markante Ertragsausfälle in Kauf nehmen. Erschwerend haben sich die begrenzten Exportmöglichkeiten infolge des Überangebots auch in den Nachbarländern ausgewirkt. Aktuell ist das im Jahr 2018 angefallene Käferholz mehrheitlich aufgerüstet, aber in einigen Fällen noch nicht verkauft.

Markteinschätzung für 2019

Die Marktprognosen sind für 2019 durchaus noch positiv, wenn auch nicht mehr ganz so rosig wie im Vorjahr. Die Nachfrage der Schweizer Bauwirtschaft nach Holzprodukten wird für 2019 ähnlich solide eingeschätzt wie in den Vorjahren. Käferholz kann wegen den nach wie vor vollen Lagern nur begrenzt von der Holzindustrie aufgenommen werden und zu tendenziell sinkenden Preisen. Anderseits melden viele Sägewerke jetzt einen steigenden Bedarf an frischem Nadelholz. Die Nachfrage nach Laubholz bleibt weiterhin hoch, sowohl nach sägefähigem Rundholz (v.a. Eiche und Esche) wie auch nach Industrie- und Energieholz.

Empfehlungen von WaldSchweiz

Die Nachfrage der Holzindustrie nach Frischholz in guten Qualitäten sollte soweit wie möglich berücksichtigt werden, allerdings nur klar vereinbarte Mengen auf konkrete Bestellung. WaldSchweiz empfiehlt den Waldbesitzern bis im Frühling die alten Waldlager soweit wie möglich abzubauen und zurückhaltend Frischholz zu nutzen. So kann ab Frühling wieder frisches, qualitativ hochstehendes Käferholz direkt in die Sägewerke geliefert werden. Zur Eindämmung der erwarteten Borkenkäferkalamität muss das stehende Nadelholz im Wald weiterhin gut überwacht werden. Befallene Bäume sind aus Forstschutzgründen aus dem Bestand zu entfernen. Aus der Schutzwaldbewirtschaftung sollte möglichst kein Holz auf den Markt gelangen (Pflegeeingriffe im Jungwald, bzw. geschlagenes Holz bleibt im Bestand).

Preisstabilität wird empfohlen

Beide Parteien sind sich einig, dass es angesichts der regional unterschiedlichen Ausgangslage und der unsicheren Käferholzentwicklung keinen Sinn macht, neue Preisempfehlungen für einzelne Sortimente abzugeben. Für frisches Holz wird weiterhin Preisstabilität empfohlen, verbunden mit konkreten Mengenvereinbarungen, damit nur die effektiv benötigten Mengen und Sortimente auf den Markt kommen.

Die Holzmarktkommission von WaldSchweiz und Holzindustrie Schweiz trifft sich wieder am 25. Juni 2019 zur Neubeurteilung der Lage.

HMK WaldSchweiz und Holzindustrie Schweiz

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