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Schweiz: Rohholzverbraucher wollen stärkere Nutzung des Schweizer Waldes

Schweiz: Rohholzverbraucher wollen stärkere Nutzung des Schweizer Waldes

Die hohen Holzvorräte im Schweizer Wald werden nicht ausreichend genutzt. Bei der wirtschaftlich wichtigsten Holzart, der Fichte, ist die Ernte auf ein tiefes Niveau gesunken. Für die in der Task Force Wald+Holz+Energie vereinten Schweizer Rohholzverbraucher ist diese Entwicklung besorgniserregend. Anlässlich der 1. Schweizer Rohholztagung am 7.12.2012 in Bern riefen die in der Task Force Wald+Holz+Energie vereinten Rohholzverbraucher die Waldbesitzer zum Schulterschluss für eine verbesserte Rohstoffmobilisierung aus dem Schweizer Wald auf.
Gemeinsam müssten künftig die Akteure der Urproduktion und die Rohholzverbraucher für eine verstärkte Nutzfunktion des Schweizer Waldes und für die Interessen der Holznutzung eintreten, sagte Thomas Lädrach, Präsident der TF WHE und Geschäftsführer der Reinhardt Holz AG. Zwar präsentiere sich die Versorgungslage aktuell etwas entspannt, mittel- bis langfristig sei aber mit gravierenden Versorgungsengpässen im Holz- und Energiesektor zu rechnen.
Grund für den Aufruf zum Schulterschluss bildet die seit Jahren rückläufige inländische Holzernte. Zurzeit ist in der Schweiz das Rundholzangebot, insbesondere bei der Fichte, auf ein besorgniserregendes Niveau gesunken. Ein Blick auf die Erntemengen von Nadelstammholz von 2004 bis 2011 zeigt den rückläufigen Trend in den letzten Jahren deutlich: Das wichtigste Sortiment für die ganze nachgelagerte Holzverarbeitung ist gegenüber 2004 um 19 % gesunken. Die Gründe für diese Entwicklung sind neben einer sinkenden Ernteintensität auch die laufend abnehmende bewirtschaftete Waldfläche.
Wie Nationalrat Jean-François Rime, Inhaber der Despond SA in Bulle, in seinem Referat darlegte, sind die aktuell in der Schweiz herrschenden politischen Rahmenbedingungen in hohem Mass verantwortlich für diese Entwicklung. Diese würden aufgrund einer massiven Übergewichtung der Naturschutzfunktion des Waldes zu Lasten der Holznutzung einer nachhaltigen Nutzung des einheimischen Waldes zuwiderlaufen. Problematisch sei insbesondere die starke Förderung von Laubholz zu Lasten des für die Verarbeitung deutlich stärker nachgefragten Nadelholzes. Mit falschen Anreizen hätten einige Kantone in den letzten Jahren maßgeblich dazu beigetragen, dass Nadelholz im Mittelland knapp geworden sei.
 
Task Force Wald+Holz+Energie Schweiz

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