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Schweiz: Reichlich Holz jetzt, aber Ausblick nebulös

Die Fachgruppe Industrieholz der Holzindustrie Schweiz tagte Anfang Juni. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie die Anbieter und Verarbeiter von Industrieholz auf die Frankenaufwertung reagieren.
Präsident Andreas Hurst konnte feststellen, dass sich die Waldbesitzer solidarisch zeigten und mit einer guten Holzernte für eine komfortable Versorgungssituation in den Werken sorgten. Entgegen früheren Befürchtungen haben nur ganz wenige Regionen ihre Holzernte gedrosselt, trotz Preisrückgang um gut 10 %. Die Holzverarbeiter brauchen den Preisnachlass der Waldbesitzer, um die mit der Aufgabe des Euro-Mindestkurses entstandenen Wettbewerbsnachteile teilweise zu kompensieren. Wie sich jetzt zeigt, haben die Waldbesitzer die Industrie ohne Unterbruch beliefert.
Was passiert im Herbst?
Die Frankenstärke und die Sturmschäden durch Niklas (30.3.2015) in Süddeutschland und Österreich haben zu einem deutlichen Export-Rückgang von Schweizer Rund- und Industrieholz geführt. Viele ursprünglich für den Export bestimmte Holz-Partien wurden deshalb auch noch Schweizer Verarbeitern angeboten, was zu Überfüllung und Annahmestopps führte.
Die Papier-, Holzwerkstoff- und Pellets-Hersteller und viele Sägewerke wollen auf Vorjahresniveau weiter produzieren. Zusätzliche Holzmengen wegen Exportrückgangs und wegen einiger doch drosselnder Sägewerke können sie aber nicht übernehmen.
Die massive Überbewertung des Schweizer Frankens führt zu viel Unsicherheit und Herausforderung – gerade auch im Ausblick auf den Herbst. Waldbesitzer, Holzernte-Spezialisten und Verarbeiter müssen in den kommenden Monaten besonders eng kooperieren. Und sie bemühen sich beim Bund weiterhin um günstigere Rahmenbedingungen.
Holzindustrie Schweiz/Fachgruppe Industrieholz

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