Seit August 2021 ist der Preis für Holzpellets in der Schweiz permanent gestiegen. Im Dezember ist er erstmals wieder gefallen.
Seit August 2021 ist der Preis für Holzpellets in der Schweiz permanent gestiegen. Im Dezember ist er erstmals wieder gefallen.
|

Schweiz: Pellets im Dezember etwas günstiger

20. Dezember 2022
Trotz der jüngsten Kältewelle sind die Pelletpreise in der Schweiz im Dezember gemäß der unabhängigen Preiserhebung von pelletpreis.ch um 2.5 % auf durchschnittlich 649 CHF/t gesunken. Damit sei der seit August 2021 anhaltende Preisanstieg vorerst gestoppt. Im Vergleich zum Vorjahresmonat stieg der Preis von Pellets dennoch um rund 64 %.

Im August 2021 kostete eine Tonne durchschnittlich 333 CHF, im Dezember 2021 betrug der Preis durchschnittlich 396 CHF/t. Der Krieg in der Ukraine, die unsichere Verfügbarkeit von Erdgas und die europaweiten Fördergelder für Holzheizungen und andere erneuerbare Heiztechnologien haben dem Markt eingeheizt und einen seit 2008, dem Start der Preiserhebung von pelletpreis.ch, nie dagewesenen Preisanstieg verursacht. Der November markierte den historischen Höchstpreis von durchschnittlich 666 CHF/t.

Aufatmen?

Wie sich der Preis weiter entwickelt, ist sehr schwierig vorherzusagen. Können Pelletheizungsbesitzer zwischenzeitlich oder ganz aufatmen? So genau wisse das niemand, lautet die Einschätzung von pelletpreis.ch. Es hänge einerseits vom Tempo des Heizungsaustauschs weg von fossilen hin zu erneuerbaren Heizungen wie Pelletheizungen ab, aber nicht nur von dem in der Schweiz, sondern von dem in ganz Europa. Andererseits spiele auch der Ausbau der Pelletproduktion in der Schweiz und in Europa eine große Rolle. Indirekt sei die Branche auch vom Strom- und Wärmepreis abhängig und vom Rohstoff Holz selber.

Auch die steigenden Zinsen wirken sich früher oder später auf die Pelletproduktion aus. Wo die Zinsen steigen, werden Immobilienfinanzierungen schwieriger. Damit wird weniger gebaut und weniger Bauholz gebraucht. Der Einschnitt der Sägewerke geht zurück und damit auch die Produktion der für die Pelletherstellung nötigen Rohstoffe Säge- und Hobelspäne und Hackschnitzel.

Pellets gleichauf mit Heizöl, aber deutlich günstiger als Erdgas

Der Preis für Gas und Öl hänge nicht nur von der Verfügbarkeit ab, sondern auch vom Wechselkurs der Landeswährung, in diesem Fall des Schweizer Frankens, zum US-Dollar. Je tiefer der Dollar und je höher die Landeswährung, desto günstiger werde Heizöl, ein Phänomen, das man gerade diese Tage verfolgen könne. So war im November in der Schweiz die Kilowattstunde (kWh) Pellets mit 13.59 Rappen (Rp.) nur leicht günstiger als Heizöl mit 14.1 Rp./kWh. Gas war dagegen mit 17.81 Rp./kWh 31 % teurer als Holzpellets. Pellets seien zudem von allen drei Brennstoffen der klimaneutralste, weil das beim Verbrennen freigesetzte CO2 beim Wachsten der Bäume bereits „vor-kompensiert“ worden sei.

Preise gleichen sich an

Image
Preisvergleich Pellets DACH
Bis Juli 2022 waren Pellets in der Schweiz immer deutlich teurer als in Deutschland und in Österreich. Nun haben sich die Preise plötzlich angeglichen.
|

Bis Juli 2022 waren Pellets in der Schweiz immer deutlich teurer als in Deutschland und Österreich. Nun haben sich die Preise angeglichen, und dies trotz eines sehr starken Frankens. Die Gründe sind unbekannt. Man kann nur vermuten, dass der Nachfragedruck in Deutschland und Österreich höher war als in der Schweiz. Die Preisverläufe sprechen für eine von Panik getriebene Marktdynamik in Deutschland und Österreich und etwas mehr Gelassenheit in der Schweiz.

Quelle: pelletpreis.ch