Newsletter
ABO
Zeitschriften
Service

Schweiz: Marktinformationen Mai 2011

Die Branchenvertreter der Schweizer Interessengemeinschaft Industrieholz haben sich auf ihrer Mitgliederversammlung am 18. Mai zum Marktgeschehen geäußert. Nachfolgend einige Auszüge.

Waldwirtschaft

In der Schweiz ist die Auftragslage im Baugewerbe nach wie vor gut. Der Schnittholzmarkt steht aber wegen des hohen Frankenkurses unter Druck. Zurzeit verfügen die meisten Sägewerke über genügend Rundholz. Die Lagerbestände in den Wäldern sind eher tief. Die größeren Sägewerke und die Industrieholz verarbeitenden Betriebe sind auf eine kontinuierliche Belieferung angewiesen, so dass die Nachfrage nach Nadelstamm- und Industrieholz weiterhin gut bleiben wird.
Die extreme, langanhaltende Trockenheit, zusammen mit den überdurchschnittlich hohen Temperaturen, erhöht die Gefahr des Borkenkäferbefalls bei Fichten markant.

Holzhandel

Die Versorgungslage der schweizerischen Holzindustrie hat sich nach einem schwierigen Jahresbeginn bis zum jetzigen Zeitpunkt deutlich verbessert. Die Schweizer Holzindustrie war aufnahmefähig und konnte die frei gewordenen Mengen eines konkursiten Großsägewerks rasch abnehmen. Die Exportmengen ins benachbarte Ausland, die im letzten Jahr auf ein Minimum absanken, steigerten sich im 1. Quartal aufgrund der veränderten Marktverhältnisse. Preislich zeigte sich das 1. Quartal als stabil und auch für das 2. Quartal wird dieser Zustand erhalten bleiben. Dies ist durchaus bemerkenswert, da sich der Euro gegenüber dem Franken weiter abschwächt und der Importdruck von ausländischen Produkten weiter zunimmt. Die Nachfrage nach allen Sortimenten außer Buchensägerundholz ist bei stabilen Preisen weiterhin rege.

Sägeindustrie

Die Sägeindustrie spürt klare Nachteile aus der Frankenstärke gegenüber dem Euro: Die eigenen Exporte sind erschwert, die Importe der Konkurrenz dagegen erleichtert. Ohne die allgemein hohe Nachfrage dank guter Baukonjunktur wäre die Lage in vielen Betrieben dramatisch. Die Schnittholzpreise sind im Verhältnis zu den Rundholzpreisen klar zu tief. Die Rundholzversorgung ist aktuell gut, aber die Aussichten sind mit großen Fragen behaftet.  Mit Spannung werden die Nutzungszahlen 2010 erwartet, die wohl einen weiteren Rückgang beim Fi/Ta-Stammholz zeigen werden. Die Jahresmenge 2010 dürfte bei rund 2,5 Mio. Fm liegen – ein Viertel weniger als noch 2006 und 2007, und nicht weit über der Inlandnachfrage von etwa 2,3 Mio. Fm.

Holzindustrie Schweiz ist nicht überrascht, dass der Interessent für den Sägereistandort Domat/Ems seine Versorgung auf 10 Jahre abgesichert wissen will – und nicht etwa zu Traumpreisen. Hat die Waldwirtschaft nun mehr Sinn für Versorgungssicherheit und am Schnittholzmarkt umsetzbare Preise?

Papierindustrie

Die Nachfrage nach Zeitungsdruckpapieren ist in Westeuropa im 1. Quartal 2011 um 4,4 % zurückgegangen, in der Schweiz in der gleichen Zeit sogar um 5,6 %. Der Grund dazu ist nicht ein sich abzeichnender wirtschaftlicher Abschwung, sondern die starke Preiserhöhung auf dem Pressepapier zum 1.1.2011. Erstmals wurden im Zeitungsdruck keine Jahrespreise im Export vereinbart, so dass die Möglichkeit besteht, die Preise im 2. Halbjahr noch etwas zu erhöhen.

IG Industrieholz, Zürich

Auch interessant

von