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Schweiz: Holzmarktbericht Mai 2013

Die starken Schneefälle vom 19. und 20. April haben in der Ostschweiz größere Schäden angerichtet. Der späte Wintereinbruch hat vor allem in den mittleren Höhenlagen von 500 bis 700 m seine Spuren hinterlassen. Der Nassschnee blieb an den bereits gesprießten Laubblättern hängen und ließ die Bäume unter der massiven Schneelast brechen. Eine vom Kantonsforstamt St. Gallen durchgeführte Umfrage ergab eine geschätzte Schadensmenge von rund 15000 Fm im Kanton. Davon ist der größte Teil Laubholz, welches nur bedingt aufgerüstet wird.
 
Versorgungslage der Sägewerke
 
Die aktuelle Versorgungslage der Nadelholzsägewerke ist recht unterschiedlich. Die meisten Betriebe konnten ihre benötigten Holzmengen einkaufen. Unverkaufte Waldlager sind kaum mehr vorhanden. Schwieriger wird es für die mittelgroßen Werke, welche auf eine laufende Versorgung mit Frischholz angewiesen sind. Hier werden in den nächsten Wochen vermutlich beträchtliche Engpässe entstehen. Dieser Frühling war geprägt von Kälteeinbrüchen und viel Niederschlag, welche eine Holzernte an vielen Orten unmöglich machten. Wichtig wäre nun eine klare Kommunikation seitens der Verarbeiter, welche die Versorgung mit genügend Holz wieder ins Lot bringt.

Die Schweiz kämpft nicht alleine mit dieser Situation. Auch in Österreich und Deutschland sind, aufgrund der nassen Witterung, die Sägewerke teils unterversorgt. Der leicht schwächere Schweizer Franken ermöglichte im April eine leichte Erhöhung der Rundholzpreise für den Export. Diese liegen zurzeit auf gleichem Niveau wie die inländischen Preise. Dazu kommt die starke Nachfrage aus dem Vorarlberg und Tirol. Beide Faktoren beeinflussen die Schweizer Rundholzverknappung beträchtlich.

Absatzlage für Schnittholz bleibt angespannt
 
Angesichts der starken Nachfrage im In- und Ausland müssten die Rundholzpreise steigen. Leider stagniert der Schnittholzpreis schon lange auf tiefem Niveau, was eine Erhöhung der Rundholzpreise verhindert.
 
Die traditionellen Absatzmärkte Italien, Spanien und Portugal sind komplett zusammengebrochen. Eine Besserung der Bautätigkeit ist in diesen Ländern wohl in nächster Zeit nicht zu erwarten. Somit müssen die mitteleuropäischen Sägewerke auf weitere Zielorte ausweichen. Die Levantestaaten, wie Ägypten und Libyen lassen aber auch nur geringe positive Prognosen zu. Da bleiben nur Japan und China. Diese Märke benötigen sehr große Mengen an Schnittholz. Versorgt werden diese Länder aber vorwiegend von Kanada, Russland und Skandinavien. In diesen Ländern sind die Rohstoffpreise um einiges tiefer als in Mitteleuropa und zudem sind auch noch die Transportwege kürzer.

Aussichten

Die Nachfrage nach frischem Nadelrundholz ist sehr hoch. Verschiedene Ostschweizer Betriebe benötigen laufend Frischholz. Verarbeiter, die marktgerechte Holzpreise zu branchenüblichen Bedingungen bieten, sollen jetzt beliefert werden. Die Waldwirtschaft sollte die Zeit nutzen und bei Nachfrage Holz bereitstellen.
 
Der Bedarf an sämtlichen Industrieholzsortimenten ist sehr gut. Alle Werke benötigen frisches Schleifholz. Vor allem die Papierindustrie ist in den nächsten Monaten dringend auf Frischholz angewiesen.
Holzmarkt Ostschweiz AG

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