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Schweiz: Holzindustrie sieht differenzierte Märkte

Die Schweizer Holzindustrie ist derzeit sehr gut mit Rundholz versorgt, was vor allem auf die gute Witterung im März zurückzuführen ist. Das produzierte Holz konnte in den meisten Regionen problemlos übernommen werden. Für die Sommermonate zeichnet sich allerdings ein etwas differenzierteres Bild ab: Im Schweizer Privatwald wurde die Holzernte in dieser Einschlagssaison um 30 bis 50% reduziert. Bei unverändert hoher Produktion droht der schweizerischen Holzindustrie nun eine Versorgungslücke. Dies wird vor allem für grössere Betriebe problematisch.

Der Export von Schnittwaren ist wegen des starken Schweizer Frankens sehr schwierig. Die Konjunktur in der Schweiz läuft gut und es wird in Immobilien investiert. Die Nachfrage nach Holz ist dementsprechend hoch, weshalb relativ viele Holzprodukte importiert werden müssen.

Für viele Industriebetriebe ist der Wechselkurs des Schweizer Frankens zum Euro sehr problematisch. Das Jahr 2011 war für das Plattenwerk Pavatex AG mengenmässig gesehen ein Rekordjahr, sowohl für das Werk in Cham als auch dasjenige in Fribourg. Dennoch konnte das Gesamtergebnis nicht befriedigen. Um die Produktion in der Schweiz abzusichern und ein Standbein in einem weiteren Land in Europa aufzubauen investiert die Pavatex 60 Mio. € in ein neues Werk im französischen Golbey. Das Werk soll eine Produktionskapazität von 50.000 t haben und im Frühjahr 2013 in Betrieb gehen. Im Allgemeinen ist die Verfügbarkeit von Hackschnitzeln in der Schweiz momentan gut. Die Produktionskapazität soll möglichst gut ausgelastet werden.

In Anbetracht der enormen Herausforderungen durch den schwachen Euro konnte aus Sicht der Papierindustrie das Jahr 2011 bei Vollauslastung einigermassen zufriedenstellend abgeschlossen werden. In der Papierfabrik Utzenstorf AG wurde die zweithöchste je produzierte Menge erzielt (203.000 t). Auch für 2012 wird mit Vollauslastung gerechnet. Das grosse Problem sind allerdings die niedrigen Papierpreise. Wegen Überkapazitäten können die Preise nicht angehoben werden. Projekte zur Steigerung der Kosteneffizienz wurden vor allem im Bereich Energie realisiert. Die Verarbeitung von Altpapier ist weniger energieintensiv als die Herstellung von Holzschliff. Deshalb wird der Schliffanteil im Papier reduziert und etwas weniger Rundholz verarbeitet. So wird für 2012 ein Bedarf von etwa 47.000 Rm in Rinde angegeben.

Bei der Perlen Papier AG wurden 2011 rund 480.000 t Zeitungsdruckpapier und Magazinpapier produziert. Diese Menge soll noch gesteigert werden. Für 2013 wird eine Menge von 550.000 t angestrebt.

Die Holzversorgung ist momentan gut. Die Preise für Import-Hackschnitzel wurden massiv gesenkt. Falls die Sägewerke wie befürchtet im Sommer die Produktion reduzieren müssen, könnten frische Hackschnitzel rar und deren Beschaffung problematisch werden.

 

 
holzmarktinfo

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