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Während drei Jahrzehnten hat sich Andreas Zingg für die waldbauliche Strategie des Plenterns eingesetzt. Seine praxisnahen Referate zu diesem Thema basierten stets auf aktuellen Datenauswertungen und umfassenden Kenntnissen des Waldwachstums und der Forstwirtschaft. Foto: Gilbert Projer (WSL)

Schweiz: Hohe Auszeichnung für Plenterwald-Forscher der WSL

Der Schweizer Waldforscher Andreas Zingg von der Eidg. Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL wurde Ende März 2016 von der Stiftung Pro Silva Helvetica für sein beharrliches Engagement in der Erforschung der Plenterwälder mit der Kasthofer-Medaille ausgezeichnet.

Die Stiftung ehrte den wissenschaftlich tätigen Forstingenieur ETH auch deswegen, weil er Waldbewirtschaftern und Forstleuten mit zahlreichen praxisnahen Veröffentlichungen und anlässlich von Führungen stets Neues zur nachhaltigen Nutzung dieser ungleichaltrigen Wälder vermittelte.
Ein Plenterwald ist eine Bewirtschaftungsform, die langfristig ohne Kahlflächen auskommt. Bäume unterschiedlichen Alters stehen stets nahe beieinander, die regelmässig einzeln entnommenen Bäume geben vor allem dem Nachwuchs Licht und Raum – und dem Waldeigentümer den Erlös für das Holz. Andreas Zingg hat den Daten von zum Teil seit mehr als 100 Jahren beobachteten Plenterwald-Forschungsflächen, welche die WSL im Emmental, Jura und anderen Landesteilen betreibt, während drei Jahrzehnten regelmässig neue Erkenntnisse entlockt und diese in wissenschaftlichen und praxisnahen Zeitschriften veröffentlicht.
Forschungsergebnisse fließen in die praktische Waldwirtschaft ein
Über drei Jahrzehnte hinweg überzeugte Zingg Waldbauern wie Forstleute während Besprechungen, Exkursionen und Führungen, „dass eine konsequente Anwendung des Plenterprinzips in der Waldbewirtschaftung zu Plenterstrukturen führt“, wie Arthur Sandri vom Bundesamt für Umwelt BAFU sagt. Als Präsident der Stiftung Pro Silva Helvetica zeichnete er darum Andreas Zingg auf der Forschungsfläche in Basadingen für seine Verdienste in der Plenterwald-Forschung mit der Kasthofer-Medaille aus.
Sandri betonte, der WSL-Forscher habe mit der ihm eigenen Beharrlichkeit immer wieder Zwischenergebnisse aus der Erforschung der Plenterwälder der Forstpraxis zugänglich gemacht und damit die Bewirtschaftung der Plenterwälder verbessert. Am liebsten tat er dies, gestützt auf neue wissenschaftliche Auswertungen, am Beispiel eindrucksvoller Waldbilder wie jenen in Basadingen.
Der dortige Revierförster Walter Ackermann bestätigte anlässlich der Verleihung der Medaille, dass er gerne auf die von Zinggs Team erhobenen Daten zur Waldstruktur und Waldentwicklung zurückgreife. Dadurch wisse er viel genauer, wie er den Laubmischwald bewirtschaften soll, damit dieser bezüglich Alters- und Artenzusammensetzung vielfältiger und letztlich plenterartiger wird.
Erst drei Forscher erhielten die Kasthofer-Medaille
Alle bisherigen 45 Träger der Kasthofer-Medaille haben Wegweisendes für die Schweizer Forstwirtschaft leistete. Nur drei von ihnen waren Wissenschafter.
Andreas Zingg wurde zwar für seine Leistungen für den Plenterwald geehrt, seine Forschungsarbeiten gehen jedoch viel weiter: Seit mehr als 30 Jahren untersucht er das Wachstum fast aller Waldtypen in der Schweiz, dazu gehören Laubmischwälder im Schweizer Mittelland genauso wie Fichten-, Lärchen- und Arvenwälder in den Alpen oder die Edelkastanienwälder auf der Alpensüdseite.
WSL
Präsident der Stiftung Pro Silva Helvetica und Leiter der Sektion Sektion Rutschungen Während drei Jahrzehnten hat sich Andreas Zingg für die waldbauliche Strategie des Plenterns eingesetzt. Seine praxisnahen Referate zu diesem Thema basierten stets auf aktuellen Datenauswertungen und umfassenden Kenntnissen des Waldwachstums und der Forstwirtschaft. Foto: Gilbert Projer (WSL) Arthur Sandri

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