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Schweiz: Der 30. und letzte Binding Waldpreis

Schweiz: Der 30. und letzte Binding Waldpreis

Die Sophie und Karl Binding Stiftung (Basel) überreichte am 23. Juni der Bürgergemeinde Basadingen-Schlattingen TG den 30. Binding Waldpreis. Den mit 200.000 Franken hochdotierten Waldpreis vergab die Basler Stiftung zum letzten Mal. Sie hat ihr Ziel, die Waldverantwortlichen zu einer innovativen Waldbewirtschaftung zu ermutigen, erreicht.

Der Binding Waldpreis wurde jeweils zu einem spezifischen Jahresthema ausgeschrieben. Dieses Jahr stand „Weniger ist mehr – Suffizienz als Schlüssel zum Erfolg“ im Fokus.
Die ausgezeichnete Bürgergemeinde Basadingen-Schlattingen (Kanton Thurgau) betreibt suffiziente Waldpflege aus Überzeugung und sehr erfolgreich. Verzicht zu Gunsten kommender Generationen sei bei dem Preisträger seit langem Programm, sagte Kuratoriumspräsident Georg Schoop auf dem Festakt.
Die Preisträgerin setze auf Einzelbaumpflege und fälle Altbäume erst, wenn sie am Ende ihrer Lebenskraft angelangt seien. Dies sei ökologisch wertvoll und bringe mit wenig Mitteleinsatz beachtliche Wertträger hervor.  

Ein zukunftsweisender Ansatz auch für andere Branchen

Festredner Prof. Dr. Mathias Binswanger stellte den Grundsatz „weniger ist mehr“ in einen größeren Kontext der Ökonomie und der Glücksforschung. „Es gibt verschiedene empirische Hinweise, dass mehr Suffizienz nicht nur eine nachhaltige Entwicklung fördert, sondern auch einen Beitrag zu einem glücklicheren oder zufriedeneren Leben vieler Menschen leistet“, hielt Binswanger fest. Da unsere heutige Geldwirtschaft grundsätzlich auf Wachstum ausgerichtet sei und ohne Wachstum in Probleme gerate, werde Suffizienz schnell zu einem Störfaktor der weiteren wirtschaftlichen Entwicklung, führte er weiter aus. Dieser Widerspruch zwischen inhärenter Wachstumsdynamik der heutigen Wirtschaft und Suffizienz sei eine zentrale Herausforderung für die Zukunft.

Binding Waldpreis hat seine Wirkung erzielt

Mit dem letzten Jahresthema „Weniger ist mehr – Suffizienz als Schlüssel zum Erfolg“ setzt die Sophie und Karl Binding Stiftung nach 30 Jahren nun einen Schlusspunkt. In dieser Zeit zeichnete sie 30 Waldbesitzerinnen und Walbesitzer aus, die ihre Wälder vorbildlich im Sinne der Nachhaltigkeit ökologisch, sozial und ökonomisch be-wirtschaften. Mit dem Binding Waldpreis ist es gelungen, anhand konkreter vorbildlicher Beispiele aufzuzeigen, wie langfristig orientierte Waldbewirtschaftungs-Strategien erfolgreich umgesetzt werden können. Die Preisträger haben es geschafft, die ökologischen Potenziale ihrer Wälder weiterzuentwickeln, die gesellschaftlichen Bedürfnisse abzudecken und wirtschaftlich überdurchschnittliche Leistungen zu erbringen.
Die Biodiversität im Schweizer Wald hat heute verglichen mit anderen Lebensraum-Typen ein hohes Niveau erreicht. Der Binding Waldpreis hat Impulse gegeben und den Waldbesitzern und deren Forstbetrieben Mut gemacht, innovative Ideen umzusetzen. 
Die Binding Stiftung hat in den 30 Jahren rund 10 Mio. Franken in die Ausrichtung und Umsetzung des Binding Waldpreises investiert. Damit hat sie viele neue, zukunftsweisende Projekte unterstützt und zu deren Realisierung beigetragen. Die positiven Beispiele der Binding Waldpreisträger wirkten ermutigend. Der Verunsicherung und Lähmung, die in den 1980er Jahren rund um das Thema „Waldsterben“ herrschte und Anlass bot für die Gründung des Binding Waldpreises, ist einer innovativen, diversifizierten Waldbewirtschaftung gewichen, die sich den heutigen Herausforderungen stellt. 

Stiftung bleibt weiterhin im Umweltbereich tätig

Nach 30 Jahren Binding Waldpreis hat der Stiftungsrat beschlossen, dass er das bisher für den Waldpreis eingesetzte Geld künftig für andere Projekte im Rahmen des Stiftungszweckes einsetzen möchte.
Das Engagement für den Bereich Umwelt und das Programmthema Landschaftsschutz bleibt bei der Stiftung bestehen. Welches  Projekt bzw. welche Projekte an die Stelle des Waldpreises treten wird, ist derzeit noch offen.

Seit 1987 zeichnet die Sophie und Karl Binding Stiftung Waldbesitzende aus, die beispielhafte Leistungen erbringen und ihren Wald vorbildlich und nach den Grundsätzen der Nachhaltigkeit pflegen und nutzen. Der Binding Waldpreis (www.binding-waldpreis.ch) ist mit 200.000 Franken der höchstdotierte Umweltpreis der Schweiz. Die Auswahl der Preisträger erfolgt auf Vorschlag des Kuratoriums, eines unabhängigen Rats von Forstfachleuten. 2016 wurde der Preis zum letzten Mal vergeben.
 

Binding Stiftung

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