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Schweiz: 4. Landesforstinventar liefert neue Ergebnisse

Schweiz: 4. Landesforstinventar liefert neue Ergebnisse

Ein wichtiges Ziel der nationalen Waldpolitik besteht darin, den nachwachsenden Rohstoff Holz zu nutzen. Die langfristige Datenreihe des von der Eidgenössischen Forschungsanstalt WSL und dem Bundesamt für Umwelt BAFU gemeinsam durchgeführten Landesforstinventars (LFI) liefert dazu hilfreiche Informationen für die nachhaltige und wirtschaftliche Nutzung dieses nachwachsenden Rohstoffs. In der Schweizerischen Zeitschrift für Forstwesen sind nun neue Ergebnisse aus der vierten Erhebung des LFI veröffentlicht worden.
Das Landesforstinventar erhebt seit über 30 Jahren Daten über den Wald und seine Leistungen. Um dessen Qualität und Funktionen zu sichern, führen WSL-Wissenschaftler regelmäßig Wiederholungsaufnahmen durch. Diese zeigen nun, dass die LFI-Daten insbesondere zum Holzvorrat sehr gut reproduzierbar sind und eine zuverlässige Grundlage für aktuelle Beurteilungen sowie für Prognosen sind.
Neu in der vierten Aufnahme des LFI ist ein landesweites Modell der Vegetationshöhe, das im vergangenen Jahr aus digitalen Luftbildern berechnet wurde. Es deckt den wachsenden Bedarf nach flächendeckenden Informationen zum Wald ab. In Kombination mit den terrestrischen Daten können mit diesem Modell Waldstrukturen und Holzressourcen flächig ermittelt werden. Die Informationen eignen sich besonders für Analysen von größeren Waldbeständen (für Einzelbaumauswertungen sind die Daten räumlich zu wenig aufgelöst).
Waldstraßen erschließen nur die Hälfte der Wälder
Zusätzliche Daten liefern die Forscher auch zu den Waldstraßen, die für die wirtschaftliche und schonende Nutzung und Pflege des Waldes wichtig sind. Im vierten LFI erheben sie auch die Straßenbreite und die Befahrbarkeit nach Fahrzeugtypen, aufbereitet als Datensatz in einem Geografischen Informationssystem (GIS). Damit lässt sich der Stand der Walderschließung auf Karten dokumentieren.
Eine erste Analyse zeigt, dass mit den heute praktizierten Holzernteverfahren nur 46 % der nutzbaren Waldfläche durch Waldstraßen für 28 bis 32 t schwere Fahrzeuge gut erschlossen sind.
Modell-Simulationen zum nutzbaren Holz
Im Verlauf der nächsten 100 Jahre könnten demnach je nach Bewirtschaftungsszenario jährlich 6,3 bis 8,5 Mio. Kubikmeter Derbholz (oberirdische Holzmasse nach Fällung) genutzt werden. Die ökonomisch und ökologisch nachhaltigen Holzerntemengen liegen jedoch um 50 % tiefer. Die Szenarien sollen Entscheidungsträgern eine Hilfe bieten, um geeignete Strategien zur Vorrats- und Nutzungsplanung festzulegen und deren Kosten abzuschätzen.
WSL

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