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Schweiz: 2018 zweithöchste Holzernte der letzten zehn Jahre

In der Schweiz wurden im Jahr 2018 mit 5,2 Mio. m³ insgesamt 11 % mehr Rohholz geerntet als im Jahr zuvor. Der deutliche Anstieg ist vor allem auf den starken Borkenkäferbefall, bedingt durch Sommertrockenheit und die Folgeschäden der Winterstürme von Anfang 2018, zurückzuführen. Damit wurden in der Schweiz erstmals seit 2011 wieder mehr als 5 Mio. m³ Holz geerntet.

Dies geht aus der Forststatistik des Bundesamtes für Statistik (BFS) sowie dem forstwirtschaftlichen Testbetriebsnetz des Bundesamtes für Umwelt (BAFU) hervor.

Wie bereits im Vorjahr wurde 2018 von allen Sortimenten außer dem Energiestückholz mehr geerntet. Besonders stark ins Gewicht fiel die größere Ernte beim Stammholz mit total 2,7 Mio. m³ und einer Zunahme von 14 %. Die insgesamt 1,16 Mio. m³ (+10 %) beim Energiehackholz und 0,59 Mio. m³ (+16 %) beim Industrieholz trugen ebenfalls zur zweithöchsten Holzernte der letzten zehn Jahre bei. Keine Veränderung des langjährigen Trends ist beim Energiestückholz festzustellen. Dieses lag 2018 mit gesamthaft rund 0,74 Mio. m³ leicht unter dem Vorjahreswert.

Aufgeteilt nach Nadel- und Laubholzsortimenten zeigt sich, dass die Ernte von Laubholz bei einer Erntemenge von 1,6 Mio. m³ einen leichten Rückgang verzeichnete. Dagegen fiel die Erntemenge beim Nadelholz mit einem Plus von 0,6 Mio. m³ bei insgesamt 3,6 Mio. m³ umso höher aus. Die Fichte, als wichtigste Baumart zur Holzproduktion, war vom Borkenkäferbefall besonders betroffen, weshalb die Waldeigentümerinnen und Waldeigentümer gezwungen waren, deutlich mehr Nadelholz zu ernten als geplant.

Regional große Unterschiede

Im Mittelland war die Zunahme der Holzerntemenge um 22 % auf 2,14 Mio. m³ gegenüber dem Vorjahr mit Abstand am größten. Die Voralpen lagen 2018 mit 1,13 Mio. m3 (+8 %) respektive 0,87 Mio. m³ (+ 6 %) in den Alpen/Alpensüdseite im Mittelfeld. Im Jura blieb die Ernte mit 1,05 Mio. m³ gegenüber dem Vorjahr praktisch unverändert. Damit zeigt sich, dass der Borkenkäfer während des trockenen Sommers 2018 im Mittelland am aktivsten war.

Die Kantone Bern (0,99 Mio. m³), Zürich (0,51 Mio. m³), Aargau (0,45 Mio. m³) und Waadt (0,40 Mio. m³) verzeichneten 2018 die höchsten Holzerntemengen und machten zusammen knapp die Hälfte der gesamtschweizerischen Ernte aus. Alle vier Kantone verfügen über einen hohen Anteil an Waldflächen im Mittelland.

Trotz wirtschaftlich angespannter Lage kein größeres Defizit

Die rund 670 Schweizer Forstbetriebe konnten 2018 insgesamt Einnahmen von 539 Mio. Franken verbuchen. Den Einnahmen standen Ausgaben von rund 578 Mio. Franken gegenüber. Daraus resultierte trotz dem schwierigen wirtschaftlichen Umfeld ähnlich wie 2017 eine Unterdeckung von rund 39 Mio. Franken. Gemäß dem Produzentenpreisindex sanken 2018 die Rohholzpreise für Nadelstammholz gegenüber dem Vorjahr um etwa 2 %. Trotz der großen Mengen an Schadholz, die auf den Markt kamen, hielt sich der Abschlag beim wichtigsten Sortiment somit in Grenzen. Unter diesen Umständen erzielte fast die Hälfte der Schweizer Forstbetriebe ein positives Betriebsergebnis.

Bei den Betrieben aus dem fortwirtschaftlichen Testbetriebsnetz (160 ausgewählte Forstbetriebe), die vom Borkenkäfer ebenfalls nicht verschont blieben (+13 % Holzernte), verbesserte sich die finanzielle Situation gar. Im Bereich der Waldbewirtschaftung konnten die Kosten reduziert werden und das durchschnittliche Ergebnis pro Hektar produktive Waldfläche hat sich um 7 Franken verbessert. Auch die Erbringung von Dienstleistungen (+9 CHF/ha) und die Sachgüterproduktion (+5 CHF/ha) haben dazu beigetragen, die Defizite der Testbetriebe auf 42 CHF/ha zu reduzieren (Vorjahr: 63 CHF/ha).

Red./BFS/BAFU

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