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Schweiz 2010: Mehr Holz geerntet

Schweiz 2010: Mehr Holz geerntet, Bilanz bleibt negativ

Im Jahr 2010 nahm die Holzernte in den Schweizern Wäldern um gut 5 % auf 5,1 Mio. m³ zu, nachdem sie in den zwei Vorjahren konjunkturbedingt zurück gegangen war. Die steigenden Holzerlöse, die höheren Erntemengen und Kostenreduktionen verbesserten das Betriebsresultat der Waldbewirtschaftung. Dies geht aus der Forststatistik 2010 der Schweizer Bundesämter für Statistik BFS und für Umwelt BAFU hervor.

65 % der Holzernte, 3,3 Mio. m³, kamen aus öffentlichen Wäldern (+3 %), 1,8 Mio. m³ kamen aus Privatwäldern (+9 %).

Holzernte entwickelte sich regional unterschiedlich

Der Großteil der Nutzungszunahme geht auf den Kanton Bern zurück (+127000 m³), auf welchen 20 % der Erntemenge entfielen. Der zweitwichtigste Holzkanton, der Kanton Waadt, trug 2010 mit 10 % zur gesamten Erntemenge bei und verzeichnete ein Plus von 12 %. Im Privatwaldkanton Luzern stieg die Ernte um 17 % (+40000 m³), der Kanton Neuchâtel konnte um gut 20 % zulegen, das Wallis um 27 %.

In den Kantonen Zürich, Aargau und Thurgau gingen die Holzernten zurück. Das Mittelland ist damit die einzige Forstzone, in welcher die Nutzung 2010 abnahm. Insgesamt wurde aber im Mittelland nach wie vor am meisten Holz geschlagen, nämlich 35 % der Gesamtmenge (Voralpen: 24 %, Jura: 22 %, Alpen: 16 %, Alpensüdseite: 2 %). Wie in den Vorjahren ist auch 2010 eine Verlagerung der Nutzung vom Mittelland in die gebirgigen Regionen mit unternutzten Wäldern festzustellen. So steigerten die Waldbewirtschafter in den Voralpen mit einem Plus von 12 % die Holznutzung am meisten.

Holzernte 2010 erzielt bessere Resultate

Der wirtschaftliche Aufwand für die Waldbewirtschaftung nahm gesamtschweizerisch nicht nennenswert zu. Die durchschnittlichen Erntekosten gingen fast überall zurück. Da die Holzerlöse gleichzeitig anstiegen, verbesserte sich das Resultat in der Holzproduktion. Während im Vorjahr ein Kubikmeter Holz den Forstbetrieben unter dem Strich nicht einmal einen Franken einbrachte, resultierte 2010 ein Überschuss von gut 4 CHF/m³. Außer in den Alpen konnten die unmittelbaren Kosten der Holzernte durch die Einnahmen aus dem Holzverkauf gedeckt werden. Der Überschuss reichte jedoch nicht aus, um den gesamten Aufwand für die Waldpflege und Walderschließung zu finanzieren.

Volkswirtschaftliche Leistungen der Waldwirtschaft

Von Bund und Kantonen werden Schutzleistungen (Schutzwaldbewirtschaftung und Schutzbauten) abgegolten und Jungwald- sowie Ökosystempflege mitfinanziert. Werden die gesamten Kosten der Forstbetriebe (inklusive Verwaltungsaufwände) in Betracht gezogen, schließt die Waldbewirtschaftung gesamtschweizerisch mit einem Verlust ab. 2010 betrug dieser 40 CHF/ha (2009: 56 CHF/ha, 2008: 38 CHF/ha). 

BAFU

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