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Schwarzwildbewirtschaftung im Kreis Vorpommern-Greifswald

Am 28. Juni findet das 5. Schwarzwildsymposium des Landkreises Vorpommern-Greifswald statt.

In der Gaststätte „Ut Pott un Pann“ in Anklam wollen Vertreter von Land und Kreis sowie aus wissenschaftlichen Einrichtungen, wie dem Leibnitz-Institut Berlin und der Universität Rostock, Erkenntnisse aus der aktuellen Schwarzwildbewirtschaftung diskutieren. Im Mittelpunkt steht das Projekt zur nachhaltigen Bestandsreduzierung des Landkreises Vorpommern-Greifswald. ; „Mit großer Aufmerksamkeit verfolge ich die Initiativen des Landkreises Vorpommern-Greifswald und bin hoch erfreut, dass die hiesigen Jägerinnen und Jäger, Landwirte und Veterinäre die Gefährdung unseres Schwarzwildbestandes und der Schweinehaltungen durch die Afrikanische Schweinepest genauso ernst nehmen, wie ich“, sagte der Minister für Landwirtschaft und Umwelt Dr. Till Backhaus, der ebenfalls am Symposium teilnehmen wird. ; „Bereits vor fünf Jahren haben wir erkannt, dass die Zunahme des Schwarzwildbestandes in unserem Zuständigkeitsbereich mit herkömmlichen jagdlichen Herangehensweisen nicht zu stoppen ist. Wir haben uns deshalb entschlossen, Förster, Jäger, Landwirte und zuständige Behörden sowie Wissenschaftler mit ins Boot zu holen und gemeinsam Maßnahmen zu entwickeln sowie diese in die Praxis umzusetzen“, sagte Landrätin Dr. Barbara Syrbe. Zuallererst strebe man gemeinsam ein Umdenken der Jägerschaft hinsichtlich der Bejagungsmethoden an, um künftig auch signifikante Ergebnisse bei der Bestandsreduzierung bei den Wildschweinen erzielen zu können. ; Risiko Afrikanische Schweinepest ; Seit mehreren Jahren beobachtet das Land mit Sorge die Entwicklung des Geschehens um die Afrikanische Schweinepest (ASP) im Osten Polens und in den baltischen Staaten. Erschreckend ist der Umstand, dass in diesem Jahr in den betroffenen Gebieten die Anzahl der Ausbrüche bei Hausschweinen und der Fälle bei Wildschweinen so hoch wie nie zuvor war. Das Risiko der Einschleppung durch illegales Verbringen und Entsorgen von kontaminiertem Material ist folglich hoch, insbesondere entlang der Fernstraßen. ; Minister Backhaus weist deshalb bei allem Verständnis für erlebnisreiche Jagdtage noch einmal mit allergrößtem Nachdruck darauf hin, dass das Mitbringen von Jagdtrophäen und Wildbret aus den ASP-Gebieten nach Mecklenburg-Vorpommern strengstens verboten ist. Das Land führt darüber hinaus seit mehreren Jahren ein Monitoring bei Haus- und Wildschweinen durch. Dabei wird nicht nur auf die Klassische Schweinepest, sondern auch auf ASP fokussiert. ; Große Anerkennung verdient Backhaus zufolge das vom Landkreis Vorpommern-Greifswald vor drei Jahren ins Leben gerufene Projekt zur nachhaltigen Bestandsreduzierung des Schwarzwildes. „Da uns kein geeigneter Impfstoff gegen die ASP zur Verfügung steht, bleibt nur eine deutliche Bestandsreduzierung, um Infektionsketten zu unterbrechen. Und es ist mehr als einleuchtend, damit zu beginnen, solange die Tiere noch gesund sind.“ ; Schwarzwild in Mecklenburg-Vorpommern ; Wie ernst die Situation in Mecklenburg-Vorpommern ist, zeigen folgende Zahlen: Hierzulande umfasst der Frühjahrsbestand beim Schwarzwild zwischen 17.000 und 25.000 Stück. Das sind 0,9 bis 1,3 Stück Schwarzwild je 100 ha Jagdfläche. Der Zuwachs unterliegt jährlichen Schwankungen in Abhängigkeit der Witterungs- und Ernährungsbedingungen und liegt deshalb in einer Spanne zwischen 200 bis 300 % des Frühjahrsbestandes. Somit wächst der Bestand in Mecklenburg-Vorpommern jährlich um 51.000 bis 75.000 Stück (2,7 bis 3,9 Stück je 100 ha). ; Im Jagdjahr 2016 /2017 wurden in Mecklenburg-Vorpommern insgesamt etwa 59.000 Stück Schwarzwild erlegt, das sind 3,1 Stück je 100 ha. ; „Bislang wird also hauptsächlich die jährliche Zuwachsrate abgeschöpft. Dem Landkreis bin ich daher dankbar, dass er die Bejagung intensivieren will. Mit der Befreiung vom Drückjagdverbot unterstützen wir ihn in diesem Ansinnen. Ich hoffe sehr, dass die Maßnahmen greifen“, so Backhaus abschließend.

LU Mecklenburg-Vorpommern

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