Waldschutz

Schutzwald – volle Wirkung nur mit Bewirtschaftung

Die Landwirtschaftskammer Österreich mahnt, Schutzwälder nicht aus Klimaschutzgründen aus der Bewirtschaftung zu nehmen. Ohne sie wäre ein Leben im Alpenraum kaum möglich, vor allem dort, wo extreme Schneemassen die Orte bedrohen. Vielmehr müssten solche Schutzwälder forstfachlich und auch jagdlich noch intensiver betreut werden als bisher, um ihre volle Wirkung entfalten zu können.

„Gerade jetzt, wo extreme Schneemengen viele Talschaften und Orte bedrohen, wird eines sichtbar. Ohne Schutzwälder wäre im Alpenraum eine dauerhafte Besiedelung nicht möglich. Der bewirtschaftete Schutzwald ist in Österreich immer noch die kostengünstigste, wirkungsvollste und nachhaltigste Schutzinfrastruktur zur Vorbeugung vor Naturgefahren. Die Überlegung, Schutzwälder aus Gründen des Klimaschutzes und der Biodiversität außer Nutzung zu stellen, ist nicht nur fachlich falsch, sondern kommt einer Hochrisikostrategie gleich. Schutzwälder müssen vielmehr forstfachlich und auch jagdlich noch intensiver betreut werden als bisher. Nur so können sie ihre volle Wirkung bei Naturgefahren entfalten“, erklärte Josef Moosbrugger, Präsident der Landwirtschaftskammer (LK) Österreich.

Baum statt Beton

„Ohne Bewirtschaftung würde der Schutzwald mit der Zeit zusammenbrechen, die volle Schutzwirkung wäre nicht mehr gewährleistet. Dieser Schutz müsste von technischen Bauwerken, die um e das Hundertfache teurer sind als ein Schutzwald, übernommen werden. Dies ist sicherlich nicht im Sinne der Bevölkerung und der Steuerzahler“, ergänzte Moosbrugger. Außerdem stellte er fest, dass „die Waldbesitzer dort, wo notwendig, durch die rechtzeitige Einleitung der Waldverjüngung und Waldpflege für die Optimierung der Schutzleistung sorgen. Zudem können klimafitte und gepflegte Wälder deutlich mehr CO2 aus der Atmosphäre aufnehmen als nicht bewirtschaftete. Das ist wiederum im Sinne des Klimaschutzes und stärkt diesen.“

Schutzwald erbringt große Leistungen

„Diese Leistungen der Waldbäuerinnen und Waldbauern wurden bisher ohne Entlohnung, also eigentlich zum Nulltarif, durch die Bewirtschafter der Wälder der Gesellschaft zur Verfügung gestellt. Die aktuelle Holzerlössituation zeigt jedoch, dass dies nicht länger möglich ist und höhere Zahlungen in Richtung Waldbesitzer für diese Ökosystem-Dienstleistung notwendig sind. Das ist, volkswirtschaftlich betrachtet, um einiges günstiger, als damit externe Dienstleister zu beauftragen oder technische Bauten installieren zu müssen. Auch im „Aktionsprogramm Schutzwald“, welches im Mai 2019 durch den Ministerrat beschlossen wurde, ist festgehalten, dass der Schutzwald damit große volkswirtschaftliche und betriebswirtschaftliche Leistungen erbringt. Ein standortangepasster, nachhaltig bewirtschafteter, stabiler Wald, so das Aktionsprogramm, bietet die geeignetste Schutzinfrastruktur. Zusätzlich verringert er das Gesamtrisiko für den menschlichen Lebensraum“, so Moosbrugger abschließend.

Quelle: LWK Österreich