ABO
Schutzwald-Projekte der Österreichischen Bundesforste

Schutzwald-Projekte der Österreichischen Bundesforste

Intakte Schutzwälder bieten einen natürlichen Schutz vor Lawinen und bewahren Siedlungen und Infrastruktur wie Straßen, Bahntrassen oder Leitungen vor der Wucht der Schneemassen. Aktuell betreuen die Österreichischen Bundesforste (ÖBf) landesweit 84 Schutzwald-Projekte, so Georg Erlacher, Vorstandssprecher der ÖBf.
Wälder schützen Siedlungen und Infrastruktur
 
Intakte Schutzwälder können das Risiko von Lawinen deutlich verringern. Für die Besiedelung und Erschließung alpiner Regionen ist diese Funktion unerlässlich. Das größte Schutzwaldprojekt der Bundesforste läuft derzeit im Salzburger Kaprunertal, 30 weitere in den Alpentälern Tirols wie dem Zillertal, Brixtental oder bei Ischgl. Aber auch die Flächen entlang der Tauernautobahn etwa das Nordportal oberhalb des Katschbergtunnels im Lungau werden laufend gesichert und wiederbewaldet.
Allein im Jahr 2014 haben die Bundesforste über eine halbe Million Jungbäume nur in Schutzwäldern gepflanzt und Waldpflegemaßnahmen durchgeführt. Der Schwerpunkt lag in Salzburg, Tirol, Oberösterreich und der Steiermark.
„Durch Wetterextreme und klimatische Veränderungen ist auch der Schutzwald im alpinen Raum verstärkt den Kräften der Natur ausgesetzt“, erklärt Erlacher. „So beobachten wir, dass Waldschädlinge wie der Borkenkäfer, bedingt durch die wärmeren Temperaturen, in immer höhere Lagen vordringen.“ Eine kurze Vegetationsperiode im Hochgebirge sowie Wild und Weidevieh machen dem natürlichen Baumnachwuchs zusätzlich zu schaffen. Wo sich Bäume nicht von selbst verjüngen können, sind gezielte Aufforstungen mit standortangepassten Pflanzen für einen stabilen und funktionsfähigen Schutzwald unerlässlich.
Gepflanzt werden aufgrund der Höhenlange vorwiegend Nadelbäume wie Fichten und Lärchen, aber auch Zirben oder Tannen. In Lawinen gefährdeten Gebieten sind es vor allem die dicht wachsenden Fichten, die in ihren Kronen große Mengen Schnee auffangen können. Lärchen wiederum gelten mit ihren tief reichenden Wurzelsystemen als besonders standfest und steinschlagresistent.
Umgesetzt werden die Schutzwaldprojekte häufig in Kooperation mit Partnern aus Bund, Ländern, Gemeinden oder der Wildbach- und Lawinenverbauung sowie Straßen- und Eisenbahn-Instandhaltungsgesellschaften.
Schwierige, aber effiziente Alternative
Die Arbeiten im alpinen Gelände zählen zu den schwierigsten in der Forstwirtschaft. „Dennoch gilt ein intakter Schutzwald im Vergleich zu technischen Verbauungen noch immer als effizienteste und günstige Alternative zum Schutz von Siedlungsraum und Infrastruktur“, erklärt Erlacher. So betragen die Kosten für die Sanierung eines Schutzwaldes das rund 10-fache gegenüber der einfachen Pflege, die Kosten für eine technische Verbauung betragen ein 100-faches gegenüber einem intakten Schutzwald.
Überdurchschnittlich hoher Schutzwald-Anteil
Die Bundesforste bewirtschaften österreichweit rund 511.000 ha Waldfläche, davon ist etwa ein Drittel Schutzwald. Mit rund 30 % ist der Anteil vergleichsweise hoch; der gesamte Schutzwald in Österreich macht rund 19 % aus.
Den höchsten Schutzwald-Anteil verzeichnen die Bundesforste in Tirol mit 42.000 ha, gefolgt von Salzburg mit 35.000 ha. Vor allem entlang stark befahrener Transitrouten, Bahnstrecken oder rund um Skigebiete erfüllen sogenannte Objektschutzwälder ihre wichtige Funktion als natürliches Schild vor Naturgefahren.
Österreichische Bundesforste

Auch interessant

von