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Vom Schwammspinner kahlgefressener Eichenwald im Forstamt Sondershausen – Deshalb müssen Eichen jetzt vor dem Schädling geschützt werden.

Schutzmaßnahmen für Thüringer Eichenwälder gestartet

ThüringenForst hat in der kommenden Woche die Ausbringung von Pflanzenschutzmittel per Hubschrauber geplant. Schwammspinner in Massenvermehrung bedrohen Eichenwälder.

Ab 4. Mai sollen in vier Regionen Thüringens Maßnahmen zum Schutz heimischer Eichenwälder vor einem Kahlfraß durch den Schwammspinner erfolgen. Der Forstschädling befindet sich, gefördert durch die Trockenjahre 2018 und 2019, in einer Massenvermehrung. Auf 190 ha wird das Pflanzenschutzmittel Mimic ausgebracht, dass seit Jahrzehnten erfolgreich im Obst- und Weinbau eingesetzt wird. Thüringens Förster befürchten, dass ein erneuter Kahlfraß zum Absterben der Wälder führt. Der Entscheidung für eine Schutzmaßnahme ging ein eingehender forstlicher und naturschutzfachlicher Abwägungsprozess voraus.

Die Forstschutzexperten der Landesforstanstalt hatten die Maßnahme im Vorfeld monatelang anhand von Überwachungsmaßnahmen vorbereitet. Neben Eigelegesuchen an Hunderten Bäumen erfolgten vor wenigen Wochen Laboruntersuchungen zur Vitalität der schlüpfenden Raupen – mit beunruhigendem Ergebnis für die Zukunft der Eichenwälder. Mimic wirkt als reines Fraßgift nur auf sich häutende Schmetterlingsraupen, die Anfang Mai an Blättern fressen. In der kommenden Woche werden per Hubschrauber GPS-gestützt und flächenscharf knapp ein Dutzend Waldstücke über den Baumkronen besprüht. Während und 72 Stunden nach der Befliegung dürfen die Waldflächen nicht betreten werden. Das Sammeln von Pilzen, Kräutern und Beeren ist für drei Wochen untersagt. Ebenso werden im Nachbarbundesland Bayern derzeit auf rund 3.000 ha Eichenbestände durch die Ausbringung des Pflanzenschutzmittels Mimic gegen Kahlfraß durch den Schwammspinner geschützt.

ThüringenForst

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